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Chain of Tragedy

Kapitel 4-Von Gefühlen und BeherrschungBearbeiten

`Eine wunderschöne Nacht. Ich hoffe nur, dass diesmal keine Night-Class Schüler in der Nähe sind. ´ Nachdenklich blickte Ayame Alessa an. `17 Jahre alt, also. ´ Sie lächelte gequält. `Die Arme. ´ Plötzlich hörte sie hinter sich ein leises Knacken. Gleichzeitig fuhren die beiden Frauen herum.

Es war Castiel. „Cas-Senpai“, meinte sie gespielt empört und setzte ein schelmisches Grinsen auf. Er hasste diesen Namen, aber genau deswegen liebte sie es, ihn mit eben jenem aufzuziehen, was auch meistens gelang. Seine Reaktion darauf ließ sie nur noch breiter grinsen.

Cas war in Ordnung. Er folgte Kaname Kuran nicht wie ein treu doofer Hund, wie die Anderen der Night Class und deswegen war er ihr sympathisch.

Cas reichte Alessa die Hand. Diese nahm den Händedruck verkrampft an. Ayames Sensoren waren auf höchste Alarmstufe. Gerade wollte Alessa etwas sagen, da weiteten sich plötzlich ihre Augen und in der nächsten Sekunde fiel sie nach vorne. Ein Glück, dass Castiel vor ihr stand. Er fing sie auf. Ayame machte ein besorgtes Gesicht. „Das gefällt mir ganz und gar nicht“, wisperte sie durch geschlossene Zähne. „Castiel, du solltest dich wieder zum Unterricht begeben. Sofort!“ Ayame sah Castiel scharf an. Der nickte und half Ayame, Alessa auf ihren Rücken zu nehmen. Dann drehte er sich um und verschwand in der Dunkelheit.

Ayame hatte ein schlechtes Gefühl. Normalerweise hätte Castiel irgendeinen blöden Spruch, nach dem Motto: „Bist du so müde, dass du schon im Stehen einschläfst?“, losgelassen, doch das war nicht der Fall. Er hat überhaupt nichts gesagt. Das kam ihr sehr suspekt vor.

Als Ayame mit Alessa auf dem Rücken an einer großen Lichtung vorbei kam, hatte sie wieder so ein Gefühl, als ob eine Katastrophe bevorstände. Sie blickte auf die Lichtung und sah Zero Kiryu, wie er, die Waffe auf Ruka Soen gerichtet, von Night-Class Schülern, umzingelt war. „Na toll. Das kann ja heiter werden.“ Genervt verdrehte Ayame die Augen. Das nächste, was sie bemerkte, war, dass Zero Akatsuki Kain durch einen Schulterwurf auf den Boden befördert hatte. „Armer Akatsuki. Er kriegt immer die Spritzer ab.“ Ihr schadenfreudiges Grinsen wandelte sich zu einem ernsten Gesichtsausdruck. Zero knackte mit den Fingerknöcheln. Das bedeutet, es gibt gleich eine ernste Auseinandersetzung, die Ayame unbedingt verhindern musste. Doch bevor sie eingreifen konnte, hatte Yuki dies schon getan. Jetzt brauchte sie sich keine Sorgen mehr machen. Yuki konnte mit diesen Vampiren umgehen, auch wenn sie nicht wusste wieso. Erleichtert ging sie mit Alessa, die immer noch ohnmächtig war, zum Krankenzimmer.

Noch immer beschlich sie dieses ungute Gefühl. Und ihr Gefühl hat sie noch nie betrogen. „Ayame-senpai“, wisperte Alessa mit leiser und seltsam rauer Stimme. „Warte, ich setze dich ab“ Nachdem Alessa wieder Boden unter ihren Füßen hatte, stiegen beide die Treppenstufen hinauf.

Plötzlich ohne trefflichen Grund, fiel Ayame auf, dass Zero sich verändert hatte. Irgendwie hatte er in letzter Zeit etwas Vampirhaftes an sich. Was unmöglich sein kann, außer…nein das wäre Schwachsinn.

Warum sollte ausgerechnet eine Reinblüterin Zeros Eltern getötet haben?

Ayame bemerkte nicht, dass sie stehen geblieben war. Auf einmal roch sie etwas. Blut. Sie schaute zu Alessa.

Diese blickte ihr entgegen, aber alles andere als wohlgesinnt. Alessas Aura hatte sich verändert und auch ihr Aussehen war etwas anders geworden. Aus der Kehle der Schwarzhaarigen entfuhr ein Knurren, ehe sie zum Sprung ansetzte. Ayame war wie paralysiert, sie schloss nur ihre Augen und wartete auf den Angriff.

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Castiel war schon immer ruhig gewesen und um keinen Witz verlegen. Das erste Mal, als er an die Akademie kam, war es seltsam gewesen. Die Jahre zuvor hatte er nur mit seiner Mutter zusammen gelebt, war von ihr die alten Riten gelehrt worden, so wie die Neutralität gegenüber jeder Rasse. Als er dann nach Japan kam und fest stellte, dass die vampirischen Rasse sich von seiner unterschied und die Menschen sogar in gewisser Weise als Versuchsobjekte ansah, wusste er nicht, ob er überhaupt das richtige getan hatte. Er spielte Kaname Kuran das vor, was er sehen wollte, einen loyalen Adligen, aber in Wirklichkeit, war ihm Kurans Status egal gewesen. In seiner Heimat gab es andere Verhältnisse, die den Status eines jeden Vampirs fest legten. Kain und Senri waren die ersten gewesen, mit denen er sich verstand, sie waren auch die einzigen, mit denen er mehr, als nur ein paar Sätze gewechselte hatte.

Bis Ayame kam. Ihr erstes Treffen und sie hatten sich schon fast in der Wolle gehabt. Ayame war im Gegensatz zu den Day-Class Schülern nicht so von der Schönheit der Vampire angetan gewesen, geschweigenden, das sie sich wie ein kreischendes Fan-Girl verhielt. Ayame war auch die Einzige, die von seiner Fähigkeit wusste. Während die anderen Vampire dachten, er hätte keine Fähigkeiten, so wusste doch nur Ayame Bescheid. Er war ein Empath, sowie Auren-Leser.

Der Grund, weswegen er das Mädchen, welches sich am Sanktschokolatius Tag im Schatten eines Baumes versteckte, angelächelt hatte. Eigentlich waren die Auren der meisten Menschen braun mit einer Spur ihrer jeweils eigenen Farbe, die der Vampire war schon etwas anders, eine Spur ihres Vampirischen Teils und der Emotionen, die sie im Laufe der Jahre am meisten verspürt hatten. Aber dann an diesem Tag war er Rimas und Shikis Blicken gefolgt. Und es war das erste Mal, dass er solch eine Aura sah. Die Grundfarbe war reines Silber, welches von Goldfäden durch zogen war. Einzelne blaue und violette Schlieren durchzogen das Silber. Und dank seiner Jahre langen Erfahrung, sah er das kaum bemerkbare dunkelgraue, fast schwarze Netz, welches sich wie ein Herzschlag zusammen zog und wieder ausbreitete. Er hatte gelächelt, als er gesehen hatte, dass ihre Aura aus Besorgnis und Beherrschung flackerte.

Das nächste Mal, als er diese Aura sah, war am Abend darauf. Er hatte sich entschieden den Unterricht zu schwänzen und zu sehen, was die anderen seiner Klasse anstellten, als er auf Ayame und ihre Begleiterin traf. Das Mädchen war blasser als am Tag zuvor. Ihre Augen versteckte sie hinter ihren schwarzen Zotteln, aber trotzdem konnte er das dunkle Blau erkennen und wie ihm jetzt auffiel, besaß das Blau silber Fäden. Wieder sah er ihre Aura flackern, diesmal aus Beherrschung und Zurückhaltung. Obwohl er normaler Weise Körperkontakt vermied, streckte er ihr seine Hand entgegen, da er wusste, dass seine Fähigkeit dann am wirkungsvollsten war. Eigentlich hatte er nur vorgehabt sie zu beruhigen, doch ihre Reaktion darauf hätte er nicht erwartet. Sobald er mit der Berührung eine Welle von Ruhe mit schicken wollte, fühlte er plötzlich noch etwas anderes, stärkeres. Das Netz um ihre Aura breitete sich zur vollen Größe aus, während gleichzeitig ihre Augen vollkommen silber wurden und ihre Pupillen nur noch Schlitze waren. Als sie ohnmächtig zusammen klappte, konnte er sie gerade noch auffangen, während er wieder zusah, wie das schwarze Netz sich wieder zusammen zog und mit einem unscheinbaren Grau wieder mit dem Grundsilber verschmolz. Nachdem Ayame ihn weg geschickt hatte, suchte er weiter, Gedanken versunken, nach seinen Klassenkameraden. Was war sie? Kein Vampir oder Mensch, auch kam sie nicht an Ayames unvergleichliche Aura heran. Nach kurzer Zeit fand er die andren Vampire und schnaubte sofort, als er sah, dass sie sich erneut mit Kiryu-kun anlegten.

Er stand weiter vom See entfernt im Dickicht der Wälder und beobachtete sie, er verkniff sich nur schlecht ein Glucksen, als Akatsuki mit einem “Uff“ am Boden landete. „Sie werden wieder Ärger bekommen“, erschien Takuma an seiner Seite. Castiel nickte nur. Er verstand sich eigentlich gut mit dem Blonden, aber manchmal stand er ihm zu sehr hinter Kuran. „Jemand ist ohnmächtig geworden“, murmelte der Blonde gerade und Castiel folgte seinem Blick. Ayame mit dem schwarzhaarigen Mädchen. Er hätte nicht gedacht, dass sie vorhin so weit vom Schulgebäude entfernt waren, aber wenn er jetzt darüber nach dachte, waren sie so ziemlich am Ende des ganzen Geländes gewesen. „Ihr ging ´s nicht gut“, murmelte Castiel und verfolgte Beide mit seinem Blick. Nachdem die kleine Guardian auftauchte, schlichen alle langsam zum Schulgebäude zurück

Er wusste nicht, was es war, aber ihn beschlich ein schlechtes Gefühl, welches auch Takuma zu haben schien, denn er blieb neben ihm in der Eingangshalle stehen. „Vielleicht sollte ich Kuran-sama suchen, soweit ich weiß, wollte er zum Direktor“, sprach der Blonde. „Ich komme mit“, seufzte Castiel und folgte ihm, „alles ist besser, als der langweilige Unterricht.“ Als sie gerade den dritten Stock erreichten, rochen Beide das Blut. Takumas Augen leuchteten kurz rot auf, genauso wie Castiel wusste, dass seine Kohleschwarz gewesen waren. Und nur kurz danach, hörten Beide rechts von ihnen ein dunkles Knurren. Es waren nur Sekunden, in denen Castiel die zwei Gestalten analysierte und die Situation begriff. Der Körper des schwarzhaarigen Mädchens war seltsam gestreckt, noch mehr als vorher, ihre Hände waren leicht krumm und ihre Haare verdeckten ihr ganzes Gesicht. Trotzdem wusste der Blauäugige, was für Augen sie haben musste. Noch bevor sie nach Ayame langen konnte, griffen Castiel und Takuma ein. Der Blonde zog Ayame an den Schultern außer Reichweite, während Castiel sich das Mädchen an der Hüfte schnappte und sie mit voller Wucht gegen eine Wand stieß. „Verletzt sie nicht Castiel“, rief Ayame hinter ihm. Schock, Besorgnis und Schuld spürte er von ihr, so wie Unverständnis von Takuma. Aber von dem Mädchen vor sich, welches sich gerade aufrappelte, spürte er nichts. Er hatte Recht gehabt, als sie sich aufrappelte, starrten ihm silberne Augen entgegen. „Sie hat versucht dich zu verletzten Ayame-chan, wie kannst du sie noch beschützen“, stellte Takuma auf ihre Bitte hin fest. „Wir müssen nicht beschützt werden“, knurrte das Mädchen vor ihm…Nein, das Wesen, es war nicht sie. „Bitte Castiel“, flehte die junge Ärztin. Gerade, als Castiel sich dazu entschloss sie nicht zu verletzten, ging das Mädchen mit einem schmerzhaften Stöhnen auf die Knie und hielt ihre Hände, an ihren Kopf gepresst. Ayame wollte sofort an ihm vorbei, aber Castiel hielt sie an den Armen zurück, denn im Moment, konnte er immer noch nichts spüren. „Das konnte eine Falle sein“, meinte er deswegen.

„Was ist hier los“, fragte auf einmal zwei neue Stimmen. Mit einem kaum hörbaren Knurren stellte Castiel fest, dass Kaname Kuran und der Direktor nicht weit von ihnen entfernt standen. Und gerade in diesem Moment, ließ die Schwarzhaarige vor ihm ihren Kopf ´gen Boden sinken, presste ihn dort nieder, als wolle sie beten. Und in diesem Moment spürte er sie wieder.

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Das erste, was sie nach der Schwärze wieder wahrnahm, waren ihre gestreckten Glieder, ihre angespannten Muskel und dieser süßliche Geruch, der in der Luft hing. ´Lass mich, wir müssen uns wehren´. Schmerzhaft sank sie auf die Knie und versuchte die zweite Stimme zu ersticken. ´Geh´, wimmerte sie leise und erhielt einen starken Druck, der ihren eigenen Verstand zurück drängen wollte. ´Ich werde immer sein! Wir werden…´ Aber die Worte wurden durch ein dunkles Grollen abgebrochen. Eines, das ihr eiskalte Schauer über den Rücken jagte. Zwei weitere Personen waren hier. Gepeinigt, presste sie ihren Kopf gegen den kalten Steinboden. ´Bitte´, wimmerte sie erneut. Das Grollen wurde leiser, als sich ihr Schritte näherten. „Alessa-chan“, murmelte eine bekannte Stimme. „Sieh mich an.“ Aber sie konnte nicht. Sie schüttelte wild den Kopf und hielt sich die Ohren zu. Jemand weiter weg sagte etwas. Harsch gesprochene Worte, als hätte jemand ein Geheimnis entdeckt, was für niemanden gut war. Hände zogen ihren Kopf mit sanfter Gewalt nach oben. Ihre Augen huschten prüfend über das Gesicht der Ärztin, nach Anzeichen von Schmerzen suchend, aber zum Glück fand sie nichts. „Wir sollten das nicht hier besprechen. Collins-san, Ichijo-san, ich bitte euch Beide zu eurer Klasse zurück zukehren und bitte behaltet das Geschehen für euch“, wies der Direktor an. Alessa sah nur verschwommen, wie sich die zwei Gestalten hinter Ayame bewegten, wobei eine kurz noch einmal stehen blieb, bevor sie die Treppe hinunter verschwand. „Alessa-chan, kannst du aufstehen?“ „Ja, Ayame-Senpai.“ Mühsam hievte sie sich hoch, nur um am Ende auf wackeligen Beinen zu stehen. Ayame stützte sie, während sie den ihr bekannten Personen folgten. Sie landeten im Krankenzimmer, wo sie sofort von Ayame auf einen Sitz gezwungen wurde. „Wie können sie so etwas verantworten“, fragte der dunkelhaarige Junge etwas abseits von ihr erbost.

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Der Wind wehte stark, als Zero durch die Parkanlage ging. Eine Hand auf sein Gesicht gepresst, lief er schnellen Schrittes voran. `Mir ist so schlecht. Ich hoffe ich kann mich genug beherrschen, dass ich nicht irgendwen aus Versehen umbringe. Und dann noch dieser verdammte Kuran mit seinen blöden Kommentaren.´

Zeros Gedankenfluss wurde unterbrochen, als er die Aura von mehreren Vampiren spürte. Seine rechte Hand wanderte zu seiner Bloody Rose unter seiner Jacke. „Was wollt ihr, Nachtschüler?“ Die Waffe war auf Ruka Soen gerichtet. Diese fletschte ihre Zähne. „Wieso befasst sich Kaname-sama mit einem wie dir? Ich lass das nicht zu!“ Kain steht hinter ihr und hebt beschwichtigend die Hände. „Macht mal halblang mit eurer Eifersucht! Das gilt für euch alle, Ruka.“ Dann fasst er den Lauf der Bloody Rose. „Nun nimm das Ding schon weg, Kiryu.“ Unerwartet packt Zero seinen Arm und schleudert Kain über seine Schulter. Der knallt mit sehr überraschtem Gesicht auf dem Boden auf. „Wie uncool“, war der Kommentar, den Rima Toya und Shiki Senri dazu abgaben. „Schnauze“ verteidigte Kain sich genervt. Zero knackt mit den Fingerknöcheln. „Mit anderen Worten ihr habt euch hier versammelt um mich im Namen von Kaname Kuran zu verprügeln? Dann kommt nur her, ihr Vampire! Ich war gerade so schön in Fahrt“ „Hey.“ Zero dreht sich um. Yuki war mit ihrer Waffe Artemis hinter Zero aufgetaucht. „Prügeleien sind hier verboten. Steht das etwa nicht in eurem Schülerhandbuch?“ Ruka weicht zurück. „Okay, Irgendwie ist mir nicht mehr danach. Gehen wir zurück.“ Damit schlurften auch alle anderen Vampire wieder zum Schulgebäude. Ruka dreht sich noch mal um, und schaut Yuki hasserfüllt an. Yuki redet mit Zero, aber er weicht ihr aus, da mit ihrer Anwesenheit, sein Blutdurst stärker wird. So schnell er konnte rannte er die Treppe hoch und blieb an einem Fenster stehen. Es ging ihm besser, doch plötzlich kam Yuki um die Ecke. Sie wollte mit ihm reden, doch er hörte ihr nicht zu. Er konnte sein Verlangen nicht mehr zurückhalten. Er stellte sich hinter sie und hielt ihren Arm mit der einen Hand fest. Mit der anderen Hand packt er ihr Kinn. Sein menschlicher Teil dachte nur eins: `Verzeih mir, Yuki´ Er war nicht mehr Zero Kiryu, sondern ein Vampir, der sich von seinem Durst leiten lässt.

Er biss sie in den Hals und trank ihr köstliches Blut.

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„Sie hat sich normalerweise unter Kontrolle, das war ein Ausrutscher, das passiert euch Vampiren auch mal. Außerdem trage ich allein die Verantwortung, falls sie etwas anstellt“, erwiderte Ayame kalt. „Und übrigens bin ich überrascht, dass du immer noch hier bist. Du hast doch auch das Blut gerochen nicht wahr, Kuran?“ Obwohl sie ihn nicht ansah, wusste sie, dass seine Augen sich vor Schreck etwas geweitet hatten. Danach hörte sie eilige Schritte, die sich entfernten, der Rektor schaute ihm besorgt hinterher.

Ayame seufzte. „Na los, gehen sie ihm schon nach. Ich kann das hier auch alleine.“ Er blickte sie dankbar an, bevor auch er sich entfernte. „Hör mal zu, Alessa. Ich weiß, dass du eine Art Werwolf bist, aber trotzdem darfst du nicht die Kontrolle verlieren.“ Alessa sah zu Boden. Es folgte einige Zeit Stille bevor Ayame wieder das Wort ergriff. „Es war das Blut, oder? Das Blut hat dich wahnsinnig gemacht und deswegen hast du für kurze Zeit den Verstand verloren.“ Alessa schwieg. „Hör zu, Alessa-chan. Wir müssen dein Tier unter Kontrolle bringen. Irgendeine Möglichkeit muss es doch geben.“ Doch statt einem Vorschlag, murmelte Alessa nur: „Ich habe Hunger.“ Ayame verdrehte die Augen, aber ging dann doch zur Tür. „Du bewegst dich nicht von der Stelle. Hast du verstanden?“

Sie suchte die Küche auf und hoffte auf irgendwelche Reste. Sie hatte Glück, denn es waren noch vier Schnitzel und etwas Kartoffelsalat übrig. Sie nahm sich drei Teller, einen für Alessa und sich und einen als Ablage für das Essen. Als sie an Zeros Zimmer vorbeikam, sah sie den Rektor gerade herauskommen. Er bemerkte sie aber nicht und verschwand um die Ecke. Ayame wunderte sich, dass er so spät abends noch bei Zero war. Das sah ihm gar nicht ähnlich.

Auf einmal kam ihr eine Idee. Sie machte eine Portion auf den dritten Teller und klopfte bei Zero an. Zwar wurde sie nicht hereingebeten, doch das war nicht ungewöhnlich. Mit einem Lächeln öffnete sie die Tür und sagte: „Hey Zero, ich habe dir etwas zu essen gebracht.“ Als sie ihm in die Augen schaute, war sie entsetzt. Sein Blick war leer und unendlich traurig. Sie stellte ihm das Essen hin und ging wieder zur Tür. „Wenn du reden willst, dann komm ruhig zu mir.“ Mit diesen Worten ließ sie Zero allein und machte sich wieder auf zu Alessa, die im Krankenzimmer auf sie wartete. „So. Hier hast du etwas zu essen.“ Sie gab den Teller mit den zwei Schnitzeln Alessa, die ihn annahm und fast wie ausgehungert zu essen begann. Schweigend sich gegenüber sitzend aßen sie.

Als sie fertig waren, schickte Ayame Alessa ins Bett. Sie selber ließ sich erschöpft auf den nächsten Stuhl fallen. „Es tut mir Leid, Ayame-senpai.“ Ayame lächelte mild. „Es ist ja nichts passiert.“

´Alessa legte sich ins Bett und starrte an die Decke. Sie ließ den Vorfall noch einmal Revue passieren. Plötzlich hörte sie ein leises Schnarchen. Ayame war völlig erschöpft auf dem Stuhl eingeschlafen. Alessa lächelte und dann übermahnte auch sie der Schlaf. ´

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Das Erwachen am nächste Morgen, oder eher Nachmittag war alles andere als erholend. Alessa stöhnte lautlos, als ihre Knochen knackten, während sie sich aufrichtete. Sie fühlte sich wie gerädert. Müde strich sie sich über die Augen. In der Nacht war sie einige Male wieder wach geworden und hatte daran gedacht, was sie getan hätte, wenn sie noch einen Moment mehr diesen süßlichen Geruch gerochen hätte. Sie hatte immer zur Vorsicht zu Ayame gesehen, welche wirklich die ganze Zeit auf dem Stuhl neben ihrem Bett geschlafen hatte. Sie wollte Ayame wirklich alles erzählen, allem voran, dass es nicht das Blut war, welches sie immer an ihre Grenzen trieb, sondern der Gedanke daran, was unter dem frischem Blut offen gelegt wurde. Altes Blut würde keinen Effekt auf sie haben.

Sie wollte es erzählen, aber was würde Ayame dann von ihr halten? Alessa musste hier bleiben und Ayame war die einzige, die es in ihrer Nähe auszuhalten schien, sich sogar um sie kümmerte, obwohl sie Alessa auch einfach sich selbst überlassen könnte.

Ein Blick auf den Nachttisch sagte ihr, dass Ayame zumindest schon einmal in der Küche gewesen war. Belegte Brötchen und ein Stück Kuchen standen da, ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es schon nach Fünf Uhr war.

Ayame selbst war nirgends zu sehen, wahrscheinlich um das Geschehen von gestern zu klären, auch wenn Alessa gerne gewusst hätte, was genau, sie wieder getan hatte.

Sie zog ihre Knie an und bettete ihr Kinn auf ihnen. ´Was tue ich eigentlich hier? Ich bin eine Gefahr, soviel ist in so kurzer Zeit passiert. Der Direktor wird das bestimmt nicht mehr lange mit machen und am Ende wird sogar Ayame dafür zur Rechenschaft gezogen, weil sie sich für mich einsetzt. ` Ihr eigenes Magenknurren veranlasste sie dazu, doch etwas zu essen, auch wenn sie alles eher mit wenig Enthusiasmus aß, da ihr das Essen wie ein Stein im Magen lag.

Nachdem sie gegessen hatte, döste sie noch etwas vor sich hin, weswegen sie zusammen zuckte, als Ayame das Krankenzimmer betrat. Einen Blick nach draußen und auf die Uhr, verriet ihr, dass sie wohl noch einmal eingenickt sein musste, da es mittlerweile 21 Uhr war. „Du schienst ziemlich geschafft, ich wollte dich nicht wecken“, begrüßte die Blonde sie. „Danke“, antwortete Alessa, „es tut mir leid Ayame-senpai“, wiederholte sie wie am Abend zuvor. „Alessa-chan“, seufzte Ayame, „ich hab dir gesagt, dass es ok ist. Es ist niemandem etwas passiert. Wir müssen versuchen, für dich ein Training zu entwickeln, damit du beim nächsten Mal nicht wieder so stark auf das Blut reagierst.“ Alessa nickte nur, sie konnte nicht sagen, dass es nicht am Blut lag, die Angst war zu groß.



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„Das kann doch nicht wahr sein“, grummelte Ayame vor sich hin. Es war Nacht und sie saß mal wieder zwischen Papierbergen fest. Formulare hier, Schülerakten da und zwei Briefe lagen vor ihr. Die Schüler und Lehrer, die dieses Jahr noch nicht ihre Röteln-Impfung bekommen haben, sollte sie als Schulärztin durchführen. Dazu brauchte sie aber die Impfstoffe und die zu bekommen, war immer ein Kampf für eine Ärztin an einer Privatschule. Der andere Brief war an sie persönlich adressiert. Da sie eine Ärztin war, musste sie eine Fortbildung machen, der Termin stand noch nicht fest. Ayame grummelte weiter vor sich hin. „Was ist denn los Ayame-senpai?“, fragte Alessa verschlafen. Ayame lächelte ihr zu. „Nur eine Massenimpfung, die ich durchführen muss und eine Fortbildung.“ Sie biss sich auf die Lippe. Sollte sie es Alessa erzählen. Nun ja, immerhin war sie ja nicht so zart besaitet wie manch anderer. „Ich werde wahrscheinlich in nächster Zeit einen Tag oder sogar mehrere nicht da sein können, da ich zu einer Fortbildung muss. Und da muss ich wirklich hin, denn sonst verliere ich meine Lizenz als Ärztin und darf keinen mehr behandeln.“ Alessa nickte, doch Ayame wusste genau, dass sie ein klein wenig Angst allein hatte. Ein beklemmendes Schweigen stellte sich ein, bis zu dem Zeitpunkt als ein schwarzhaariger Vampir durch die Tür geschneit kam. „Hallo, alle miteinander!“, rief Castiel in die Runde und erntete von Alessa einen erstaunten und von Ayame einen genervten Blick. Castiel spürte sofort, dass Ayame genervt war, also legte er ihr seine Hand auf die Schulter. Ayame sah ihn nur an und sagte: „Ich hasse deine Fähigkeit, Cas!“ Dann verabschiedete sie sich und winkte ihnen zu. „Ich muss mal eben jemanden besuchen.“ Mit einem schelmischen Lachen auf dem Gesicht ging sie zu Zeros Zimmer. Auf dem Weg dorthin sah sie Yuki, die auf das Haus Mond zusteuerte. An Zeros Zimmer angekommen, ging sie rein ohne zu klopfen, sie war immer noch leicht genervt. Zero lag auf seinem Bett und starrte an die Decke. „Hey, wie geht’s dir, Zero-kun?“ Zero schaute sie an, seine Augen ausdruckslos. „Ayame. … Ich bin ein Vampir.“ Nach seinem Geständnis war Ayame etwas mulmig zu Mute. „Ehrlich gesagt, habe ich so etwas schon geahnt. Ich spürte, dass du nicht ganz Mensch bist, aber auch nicht ganz Vampir. Ich konnte dich nicht zuordnen.“ Es folgte Schweigen. „Und wie verkraftet Yuki das? Sie weiß es doch, oder?“ „Sie weiß es. Ich habe sie gebissen.“, antwortet er trocken. Ayame sah zur Seite. „Ich glaube nicht, dass sie sonderlich schockiert war. Sie ist gerade eben noch zum Haus Mond gegangen, was sie wohl dort wollte?“ Zero riss die Augen auf. „Zum Haus Mond?“ Ayame nickte. Zero schnappte sich seine Jacke und rannte aus dem Zimmer. Ayame schaute ihm verwirrt hinterher. Dann ging sie wieder zu ihrem Schützling und der Nervensäge namens Castiel zurück.

Aber als Ayame das Zimmer betrat, war Castiel weg und eine verärgerte Alessa fiel in ihr Blickfeld.

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