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Chain of Tragedy

Kapitel 5-Der "normale" Wahnsinn?!Bearbeiten

„Also, noch einmal. Ich bin Schulärztin an der Privatschule Cross Academie! Ich habe ein Recht auf diese Impfstoffe. Schließlich muss ich die ja durchführen, genauso wie jeder andere Arzt hier auch!“ Ayame stand total gereizt vor einem Apotheker, der für die Verteilung der Impfstoffe zuständig war. Der Apotheker schüttelte nur seinen Kopf. „Entschuldigung, aber es wäre unverantwortlich von mir, Ihnen diese zu geben, Miss. Sie können im jungen Alter von 18, noch keine richtige Schulärztin sein.“ Ja, ja , das alte Problem. Sie hatte früh ihren Schulabschluss gemacht und früh ein Stipendium bekommen. So war sie eigentlich noch zu jung für einen Beruf. Und deswegen war es für sie so schwer an Medikamente zu kommen. Die Leute nahmen sie einfach nicht ernst. „Hören Sie!“, sagte Ayame genervt, „Wenn Sie mir nicht glauben, dann rufen Sie doch einfach den Rektor an.“ Der Apotheker schaut sie misstrauisch an, aber griff dann doch zum Hörer. Nachdem er dann schließlich das Gespräch geführt hatte, bekam Ayame die Impfstoffe.

Gedankenverloren ging sie durch die Straßen. Sie dachte an Alessa und an ihr Gespräch mit ihr über Castiel.

#Flashback#

Aber als Ayame das Zimmer betrat, war Castiel weg und eine verärgerte Alessa fiel in ihr Blickfeld.

„Was ist passiert?“, fragte sie sofort, doch Alessa schnaubte nur leise und hielt ihren Blick stur aus dem Fenster gerichtet. Ihre Arme waren um ihre angezogenen Beine gelegt, während ihre Finger leicht verkrampft in ihre Unterarme gekrallt zu sein schienen. Aber eigentlich wusste Ayame die Antwort schon.

Castiel hatte manchmal die Eigenschaft, seiner Fähigkeit zu unterliegen und versuchte dann manche Dinge zu ergründen, oder sie zu ändern. Wahrscheinlich musste er etwas gefühlt haben, als Alessa nicht sie selbst war und wollte nun heraus finden, warum Alessa so geworden war. „Ich kann dir nicht helfen, wenn du mir nicht verrätst, was Castiel getan hat“, versuchte sie es erneut, aber wieder schwieg Alessa. War es unangenehm für sie zu wissen, dass er über ihre Gefühle Bescheid wusste? Oder war es für sie unangenehm zuzugeben, was sie gefühlt hatte?

„Er hat kein Recht zu glauben, dass er mich versteht“, murmelte Alessa dann so leise, dass Ayame Schwierigkeiten hatte etwas zu verstehen. „Du wirst überrascht sein, wie gut er dich wirklich verstehen kann“, versuchte Ayame die Situation zu lockern, aber wie es schien hatte sie etwas Falsches gesagt, denn Alessa legte sich nun mit dem Rücken zu ihr, der Länge nach auf ihr Bett. „Alessa-chan“, begann sie und setzte sich auf die Alessas Bettkante, „er wird jemanden nie anhand der Geschehnisse verstehen können, weil er die Erinnerungen anderer nicht sehen kann, aber er kann die Emotionen fühlen, er wird falsche Schlüsse ziehen, ja, aber er ist eben nicht allwissend“, endete sie leicht lächelnd. Schließlich kannte sie diese Situationen ziemlich gut. Castiel versuchte meist immer ihre Gefühle zu ergründen.

Sie drückte noch einmal Alessas Schulter, bevor sie aufstand und sich wieder auf den Weg zu ihren Akten machte, die immer wieder wie aus dem Nichts erschienen. „Trotzdem hat er nicht das Recht, mir fremdartige Gefühle einzupflanzen“, murmelte Alessa, aber Ayame war schon zu vertieft in ihre Arbeit, um es mit zu bekommen.

#Flashback Ende#

Doch plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Ihr Gefühl sagte ihr, dass ein Vampir ganz in der Nähe wäre, mit Sicherheit ein Level E. Die Tüte mit Impfstoffen an ihren Körper pressend, lief sie bis zu besagter Stelle. Doch ehe sie sich versah, war das Gefühl auch schon wieder verschwunden. Verwirrt schaute sie sich um. Nein, sie spürte ihn nicht mehr. Doch jetzt waren da zwei andere Vampire und ein Vampirähnlicher. Sie folgerte, dass es Zero und zwei Nightclass-Schüler waren. Wieder gefasst drehte sie sich um und machte sich wieder auf zur Akademie.

Grimmig lächelnd beschloss sie, einen gewissen Reinblüter zur Rede zu stellen.

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Ayame war unterwegs und besorgte ein paar Sachen für die Arbeit, währenddessen, saß Alessa wie schon die Tage zu vor auf ihrem Bett und las. Es waren keine Wolfsbücher mehr, da sie diese schon durch hatte, stattdessen las sie etwas über Meditation und Beherrschung. Leider half ihr dies nicht viel, da es meist von der menschlichen Wut handelte, etwas was bei ihr vollkommen fehl am Platz war.

Leise seufzend legte sie das Buch beiseite und strich sich über die untere Hälfte ihres linken Oberarms. „Warum ich?“, wisperte sie in den leeren Raum.

#Flashback#

Ein kleines schwarzhaariges Mädchen, körperlich nicht älter als acht Jahre alt, saß auf einem Baumstamm in Mitten einer Lichtung und betrachtete ihren linken Arm. Um genauer zu sein den unteren Teil des Oberarms auf welchem sich schwarze Zahlen befanden. „Alessandra?“, fragte eine raue Stimme, bevor sich ein wahrer Hüne neben ihr nieder ließ. Sein braunes Haar war schon von grauen Strähnen durchzogen und fiel ihm in das leicht faltige Gesicht, allerdings konnte dies nicht über die braunen, vor Schalk-blitzenden Augen hinweg täuschen. „Weißt du was das ist?“, fragte die Kleine mit flacher und leiser Stimme, während sie ihren Arm so drehte, das er es sehen konnte. Die braunen Augen ihres Nebenmannes nahmen einen harten Glanz an, bevor er wiederwillig nickte. „Das ist ein Erkennungsmerkmal“, grollte seine Stimme in ihrem üblichen Ton. Das kleine Mädchen deren Augen ein tiefes Blau waren und einzelne Silberfäden besaßen, runzelte die Stirn, sah ihrem Begleiter aber weiterhin nicht in die Augen. „Erkennung? Wofür?“, fragte sie erneut. Doch der Hüne schwieg und griff nur nach ihrer zierlichen kleinen Hand, die zuvor noch ihren Arm gehalten hatte. „Das ist unwichtig“, begann er mit einem tiefen summenden Ton, „wichtig ist nur, dass du weißt, dass man dich niemals einfach nur erkennen kann, Alessandra. Du bist etwas Besonderes für UNS, selbst wenn deine Seele einen anderen Körper besetzten würde, würden wir dich erkennen.“ Das kleine Mädchen schwieg und starrte nur weiter mit aufgerissenen Augen auf die riesige Hand, die ihre sanft umschlossen hielt.

#Flashback Ende#

„Ich war nie naiv genug…“, wisperte Alessa, als würde sie eine ungestellte Frage beantworten, „aber ich habe es versucht.“ Plötzlich wurde sie von einem Poltern vor der Tür des Krankenzimmers unterbrochen, bevor die Tür aufschwang. „Senpai“, rief jemand, bevor zwei Mädchen in Alessas Blickfeld rückten. Das eine Mädchen, braun-äugig und haarig, stützte ihre Begleiterin, die leicht humpelte, sie war rötlich-blond mit dunklen Augen.

Alessa erhob sich leise vom Bett und schritt langsam auf die Mädchen zu. „Ayame-Senpai ist zurzeit nicht da, aber vielleicht kann ich helfen“, überraschte sie die Mädchen, welche fast gleichzeitig vor Schreck eingeknickt wären.

Das Braunhaarige Mädchen nickte und half ihrer Freundin auf eines der Betten, bevor sie sich dazu setzte. „Ich bin Hotaru, das ist Yori-chan, sie ist eben heftig gestolpert, ich glaube, sogar, dass ich es habe knacken gehört“, redete sie besorgt drauf los. „Alessa“, nickte sie nur abwesend und besah sich den Fuß. Eine kleine Schwellung, die in zwei Tagen wieder weg sein würde, nichts Beunruhigendes. „Wenn du deinen Fuß heute und morgen schonst, wird er in drei Tagen schon wieder ok sein, Yori-chan“, antwortet sie und ließ den Fuß los, „Hauptsache, du belastest ihn nicht zu sehr.“ „Danke Alessa-chan“, antworte die Verletzte und schenkte ihr ein schüchternes Lächeln, „darf ich fragen, was du hier machst? Du gehörst nicht zu den Schülern, oder?“ Alessas Augen huschten durch den Raum, auf der Suche nach einer Antwort. Liese seufzend, antwortete sie mit einer glatten Lüge. „Ich bin Ayame-Senpais Cousine, dritten Grades. Meine Eltern hörten sie sei eine gute Ärztin, ich selbst bin sehr oft auf das Krankenbett angewiesen, weswegen sie mich zu ihr schickten, da sie persönlich nie viel Zeit für mich haben.“ „Das ist nett von Ayame-Senpai“, antwortete Yori, bevor sie und ihre Freundin sich verabschiedeten. Alessa selbst ging wieder zu ihrem Bett und starrte aus dem Fenster, auf der Suche nach Ayame, doch die einzige Person, die sie sah, war ein schwarzhaariger Mann mit Augenklappe, der zielstrebig auf das Gebäude zusteuerte. Nur kurz trafen sich ihre Blicke, aber dieser Moment hatte gereicht, um nicht nur ES in Aufruhr zu versetzten, sondern auch Alessa ein ungutes Gefühl zu geben.

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Leicht verärgert betrat Ayame das Krankenzimmer. Alessa sah sie mit einem merkwürdigen Blick an. Ayame runzelte die Stirn. „Alles Okay bei dir?“ Alessa lächelte und nickte. Dann schaute sie wieder zum Fenster hinaus. „Ist in meiner Abwesenheit irgendwas passiert?“ „Zwei Mädchen kamen hierher, eine war am Fuß verletzt, doch es war nichts Schlimmes!“ „Wie hießen sie denn? Ich muss die Verletzung noch in ihrer Schulakte protokollieren.“ „Die Verletzte heißt Yori-chan.“ Ayame nickte. „Gut. Ich werde mir ihren Fuß mal genauer ansehen.“ Sie nahm ihre Tasche und wollte aus dem Raum gehen. Kurz vor der Tür blieb sie stehen. „Alessa-chan, ich möchte heute Abend zum Haus Mond gehen. Du musst nicht alleine bleiben. Du kannst ruhig mitkommen, wenn du dich stark genug dafür fühlst.“ Danach verließ sie den Raum und ließ Alessa alleine mit ihren Gedanken zurück.

Im Haus Sonne war es diesmal ziemlich ruhig. Nur ein einsames „Warum hat die Night-Class heute frei? Ich wollte doch Idol-Senpai ein Geschenke überreichen.“ War auf dem Flur zu hören. Lä-cher-lich! Ayame schüttelte den Kopf und ein spöttisches Grinsen zierte ihr Gesicht, als sie zu Sayori Wakaba ins Zimmer kam. Sie untersuchte schnell den Fuß und stellte zufrieden fest, dass es wirklich nur eine kleine Bänderdehnung war. Geschickt wickelte sie ein Tape um ihren Knöchel. „Dein Fuß wird wahrscheinlich in einer Woche wieder ganz heile sein. Aber belaste ihn so wenig wie möglich. Selbstverständlich befreie ich dich auch vom Schulsport.“ „Dankeschön, Ayame-senpai. Und auch danke an deine Cousine! Sie ist wirklich nett.“ Cousine? Ayame blickte auf. Sayori lächelte, aber es war ein warmes Lächeln, also meinte sie es ernst. „Ich werde es meiner Cousine ausrichten. Auf Wiedersehen und gute Besserung!“

Zurück im Krankenzimmer begrüßte Ayame Alessa mit „Bin wieder da Cousinchen!“ Alessa kippte dabei fast vom Stuhl. „Tschuldigung. Sie wollten wissen, wer ich bin, also habe ich ihr einfach gesagt, dass wir verwandt seien.“ Ayame wuschelte ihr durchs Haar. „Schon gut. Sag mal, hast du Hunger?“ Prompt knurrte Alessas Magen. Ayame lachte. „Okay. Komm mit. Wir schnorren uns jetzt was vom Rektor.“

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Der Direktor war so erfreut gewesen sie zu sehen, dass er beinahe den Tisch mit sich gezogen hatte, als er sich nach vorne beugte.

„Kommt rein, kommt rein, setzt euch.“ Alessa betrachtete den Tisch, der für mindestens eine ganze Armee gedeckt war und die noch freien Plätze. Jeweils an einer Seite von Zero, wobei die eine Seite auch noch den Direktor hatte. Ayame schien sie wenigstens davor zu bewahren, denn sie ließ sich neben dem Direktor und Zero nieder. Leise seufzend nahm Alessa den anderen Platz ein und rückte soweit es ihr möglich war und nicht unhöflich aussah von Zero weg, welcher das gleiche wohl in Ayames Richtung tat, da einiges an Platz zwischen ihnen zurück blieb. Bemerkte es einer, so schwieg er darüber.

Das ganze Essen schien ein riesiges Schweigen zu sein. Zero und Yukis Blicke trafen sich nur immer wieder flüchtig, wichen sich aber sofort aus. Alessa starrte nur auf ihren Teller oder ihre Hand, die ab und zu leicht zuckte, wenn Zero sich bewegte und Ayame wich sogar mit Absicht allen Blicken aus. Nur der Direktor schien etwas gegen die Stille zu haben. Seine Stirn war leicht gerunzelt und er sah immer wieder von einer Person zur anderen. Alessa, die dies durch ihre Haare beobachtete, die ihr ins Gesicht fielen, kam nicht drum rum, sich zu fragen, ob ihm auch irgendwann schlecht werden konnte. „Was macht die Arbeit Aya-chan“, fragte er in die Stille hinein, wobei Ayame nicht mit dem plötzlichen Stillebruch rechnete und sich an ihrem Getränk verschluckte, welches sie gerade getrunken hatte. „Das Ü-übliche“, hustete sie leicht, wobei ihr Zero vorsichtig auf den Rücken schlug. Und wieder folgte Schweigen, welches dieses Mal allerdings dadurch unterbrochen wurde, dass Ayame zufällig noch etwas einfiel, das sie mit Alessa erledigen wollte. Nach einem tränenreichen Abschied seitens des Direktors und einer Einladung zum nächsten Essen, verließen die beiden Frauen schnellst möglichst den Tatort. „Vergiss das Schnorren beim Direktor, wir nehmen doch lieber die Schulkantine“, schnaufte Ayame sobald sie wieder vor der Krankenstation ankamen. „Entschuldige“, meinte Alessa, die sich dafür schuldig fühlte, dass keiner Gesprochen hatte. „Ach was“, begann Ayame und ließ sich auf eines der Betten fallen, „es hat doch gut geklappt, du hast zwar öfters gezuckt, wenn Zero-kun sich bewegt hat, aber du hast dich gut zusammen gerissen.“ Alessa nickte, sie hatte soweit es möglich war, dafür gesorgt, dass Es nichts von ihrer Umgebung mitbekam, weswegen Es in einen leichten Schlummer gefallen war. „Wir haben noch zwei Stunden, dann können wir uns zum Haus Mond aufmachen“, erhob sich Ayame und wuschelte Alessa leicht durchs Haar. Alessa schluckte nur, wo hatte sie sich da wieder rein geritten?

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Die zwei Stunden vergingen verhältnismäßig schnell. Vielleicht, weil sie sich so darauf freute, Kaname eins auszuwischen? Nein, natürlich nicht.

Ayame machte sich fertig. Sie hatte ihren weißen Kittel abgelegt und trug nun nur noch ihr schwarzes, ärmelloses Kleid. Alessa trug wie immer ihre graue Schuluniform. Mit grimmigem Lächeln machten sie sich auf zum Haus Mond.

Als sie Stimmen aus dem hinteren Garten hörten, wurden sie überrascht. Fast alle Nightclass-Schüler hatten sich hier versammelt. Ayame zischte hörbar, nahm Alessa und bahnte sich einen Weg durch die Masse. Immer wieder spürte sie, dass viele sie am liebsten gebissen hätten, doch sie bestand auf ihrer Autorität und teilte ihnen dadurch mit, dass sie sich lieber nicht mit ihr anlegen sollten. Gleichzeitig versuchte sie Alessa so schnell wie möglich von ihnen wegzubringen. Sie spürte schon, dass sie zitterte. Sie zog Alessa mit sich ins Schulgebäude. Dort erwartete sie die nächste Überraschung. „Hallo, Higurashi-san. Sie wollen mir zum Geburtstag gratulieren? Ach, das ist aber nett.“ Takuma Ichijo begrüßte sie freudig mit einem Lächeln. Ayame war völlig überrumpelt. Als er ihr dann auch noch ein Glas Sekt in die Hand drückte, war sie völlig verwirrt. War der Kerl wirklich ein Vampir? Der war doch so …. Ihr fehlten die Worte.

„Hey, Ayame-senpai!“ Erst durch Alessas Stimme schien sie wieder aufzuwachen. „Du wolltest doch zu diesem Typen.“ Alessa hatte Recht. Wie konnte sie sich nur so davon abbringen lassen. Sie schloss die Augen spürte schon, wo Kaname sich aufhielt. Zielstrebig ging sie auf ihn zu.

„Ich habe etwas mit dir zu besprechen, Kuran!“ Seiren stand schon kampfbereit, doch Kaname Kuran winkte ab. „Ayame Higurashi, was ist dein Anliegen?“ Ayame schnaubte. „Das Eleminieren von Vampiren und seien es auch Level E, unterliegt den Huntern, und nicht deiner kleinen Leibgarde! Also halte sie demnächst gefälligst zurück!“ Kaname kicherte. „Meine Liebe, es obliegt den Vampiren der oberen Klassen die niedrigeren zu kontrollieren. Und es ist auch unsere Pflicht, die degenerierten unter uns zu vernichten.“ „Ihr denkt, ihr tätet etwas Gutes, doch ihr genießt einfach nur die Jagd, nicht wahr?“ Beim Wort „Jagd“ zuckte Alessa hinter ihr zusammen. Nun bemerkte auch Kaname sie. „Was tut sie hier?“ Ein gefährlicher Unterton war herauszuhören. „Sie ist meine Assistentin und meine Freundin, also lass sie ja in Ruhe!“ Nun wurden auch die anderen Vampire unruhig. Doch bevor jemand etwas erwidern konnte, fiel ein Schuss.

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Jagd. Ein Wort, dass sie ihre ganze Existenz lang verabscheuen würde. Eine Jagd hatte sie erst an diese Schule gebracht und diese Jagd würde auch ihr Ende sein. Durch die Zotteln, die ihre Augen verdeckten, konnte sie sehen, dass nun fast alle Vampire zu Ayame und ihr sahen. Solange sie ihre Augen nicht sahen, war sie sicher! Oder hatte dieser Kuran erzählt was sie angeblich war? Aus den Augenwinkeln, sah sie einen gewissen Schwarzhaarigen, der gerade auf sie zu kam. Aber durch einen fallenden Schuss, wurden alle abgelenkt. Alessa zuckte und wirbelte herum, so dass sie in die Richtung aus der der Schuss zu hören war, blickte und griff mit ihrer Hand nach Ayames Arm. Aber schnell ließ sie sie wieder los, als sie bemerkte, dass fünf kleine Vertiefungen zu sehen waren, die fast durch die Haut gegangen wären.

Doch Ayame sagte nichts dazu, stattdessen deutete sie Alessa ihr zu folgen, bevor sie Richtung Schuss lief.

Als die beiden Frauen das Geschehen erreichten, stellte sich der Mann, den Alessa durch das Fenster gesehen hatte gerade vor. Während Ayame dabei war in seine Richtung zu gehen, ging Alessa zum Beckenrand und hielt einem überraschten Zero die Hand hin. Er zögerte kurz, bevor er nach ihrer Hand griff und sich hoch zog. Er murrte, nickte aber dankend. Sie hatte das Blut gerochen, welches nicht so süß wie das der Anderen war und überraschender Weise, schien es, um so öfter sie seinen Geruch um sich hatte, um so besser konnte sie mit sich selber um gehen. Sie zitterte immer noch, genau so vernahm sie das müde Knurren in ihrem Verstand. Aber es war besser als zuvor. Sie würde anfangen Es immer wieder in einen Schlummer zu versetzten, immer wieder von ihren Sinnen ab zu schalten.

Aber tief in ihrem Inneren wusste sie, dass es auf kurz oder lang nicht gut gehen würde, schließlich besaßen sie ein und denselben Körper.

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Hunter. Geboren um Vampire zu jagen und sie auszulöschen.

Ihr oberstes Gebot ist: Weil du ein Vampir bist, bist du mein Feind!

Diese Sichtweise hatte Ayame schon immer verabscheut.

Und auch jetzt, wo ein gewisser Hunter namens Toga Yagari seine Waffe auf Zero richtete, spürte sie Hass in sich aufkommen. Hass gegen alle Hunter, die nach diesem Gebot handelten.

„Yagari. Die Hunde vom Hunterverband haben hier nichts zu suchen! Also verschwinde!“ Die letzten Worte waren kaum mehr als ein Zischen. Yagari packte widerwillig murrend seine Waffe weg, aber erwiderte nichts. Als Yuki an ihm vorbeiging, wunderte er sich über ihr Verhalten. „Um ein Haar hätte Zero dich verschlungen, aber anstatt ihn betrachtest du mich als Feind ….“ Yuki ging daraufhin nur wortlos wieder ins Wohnhaus. Eine Hand auf ihrer Schulter ließ Ayame herum schnellen. Der Rektor lächelte sie dankbar an. „Danke, Ayame-chan! Den Rest kannst du mir überlassen. Geh mit Alessa-chan wieder zurück und schlaft euch kräftig aus!“ Ayame nickte. Alessa stand bei Zero. Sie nickte ihr zu. Zuletzt flüsterte sie Zero noch etwas zu. „Lass dich nicht unterkriegen!“ Ayame sagte das zwar so leicht, doch innerlich bangte sie um Zeros Leben.

Am folgenden Tag musste Ayame wieder arbeiten, doch sie konnte sich nicht konzentrieren. „Ayame-senpai, du musst mal eine Pause machen!“ „Das schaff ich schon, Alessa-chan!“ „Ayame-senpai, du schreibst seit fünf Minuten immer den gleichen Satz!“ … Verdammt! Als sie die Akten wieder einordnete, fiel ihr eine Akte runter, nämlich die von Sayori Wakaba. Sie war mit Zero in einer Klasse. Schnell nahm sie ihre Tasche und mit einem „Bin gleich wieder da“ verschwand sie aus dem Raum. Den Weg zu ihrem Zimmer, das sie sich mit Yuki teilte, fand sie sofort. Die Untersuchung dauert nicht lange. „Du kannst ihn wieder ganz normal belasten, allerdings bekommst du noch eine Woche Sportverbot.“ Nach einigem Schweigen fragte Ayame sie dann: „War Zero heute in der Schule?“ Sayori schüttelte den Kopf. Ayame nickte ein wenig enttäuscht und verabschiedet sich.

Als es Abend wurde und die Night-Class ihren Unterrichtsbeginn hatte, saß Ayame zusammengekauert auf ihrem Stuhl und grübelte, wo sich Zero aufhalten könnte. In seinem Wohnheim war er nicht, das Schulgebäude hatte sie auch schon durchsucht. „Ayame-senpai, was hast du denn? Und sag jetzt nicht, dass nichts wäre!“, fragte Alessa besorgt. Ayame sah sie an und wusste, dass sie sich nicht rausreden konnte. „Ich mache mir Sorgen um Zero. Ich weiß nicht, wo er steckt und ob es ihm gut geht.“ Alessa schloss die Augen und schnupperte ein wenig in der Luft. „Ich hab ihn!“ Ayame fiel vor Überraschung vom Stuhl. „Du hast ihn gefunden?“, fragte sie ungläubig. Alessa grinste. „Ja, ich rieche ihn. Er hat einen sehr speziellen Geruch.“

Sofort rannten sie los, Alessas Nase führte sie zum Gästezimmer des Rektors. Ayame merkte, dass die Tür offen war und wollte eintreten, als Alessa plötzlich ein Geräusch zwischen einem erstickten Schrei und einem Gurgeln gab. „Blut! Es riecht nach frischem Blut!“, wisperte sie die Hände vor Mund und Nase gepresst. Ayame biss sich auf die Lippe. Das war schlecht. „Ich habe verstanden! Am besten du gehst wieder zurück, ich komme hier auch allein klar!“ Und mit einem Lächeln fügte sie hinzu: „Danke für deine Hilfe, Alessa-chan!“ Dann betrat sie den Raum.

Sie fand Zero auf dem Bett liegend mit dem Kopf nach unten, immer wieder schlug er auf die Matratze ein. „Zero-kun!“ Das Hören seines Namens ließ ihn umdrehen und auf sehen. „Ich möchte nur, dass du weißt, dass du immer auf mich zählen kannst. Ich verurteile dich nicht, egal was du machst. Aber war das wirklich notwendig? Der Hunterverband beobachtet dich. Ich habe herausgefunden, dass sie dich als Zeitbombe ansehen, ein Vampir, der als Hunter agiert, aber jederzeit seinen Verstand verlieren kann und zu einem unmenschlichen Level-E werden kann. Glaubst du, nur weil du ursprünglich aus einer Hunterfamilie kommst, werden sie Mitleid mit dir haben? Du bist ein Vampir, Zero, du bist ihr Feind!“ Das letzte war ein wenig lauter und forscher als gedacht. Zero blickte sie an. „Ich weiß. Und obwohl ich Vampire hasse, kann ich meinen Blutdurst nicht kontrollieren!“ „Dann lerne es!“, war Ayames trockene Antwort darauf. „Warum seid ihr so naiv und glaubt, dass für mich noch Rettung besteht? Ich habe gerade das Unverzeihlichste getan! Verdammt! Warum schreibt ihr mich nicht einfach ab?“ Ayame fuhr mit ihrer Hand durch Zeros Haar. „Weil du unser Freund bist, Zero. Du bist uns wichtig und deshalb möchten wir dir helfen. Geteiltes Leid ist halbes Leid!“ Zero schlug ihre Hand weg. „Verhätschele mich nicht so! Du bist schließlich nur ein Jahr älter als ich!“ Ja, das war der mürrische Zero, den sie kannte.

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Vorsichtig lehnte sich Alessa an eine Wand und holte tief Luft. Noch immer konnte sie das Blut mit dem süßen Unterton riechen. Wie sollte sie Beherrschung lernen, wenn die Rate von Verletzungen und offenen Wunden an dieser Schule so hoch waren?

Zero tat ihr leid, etwas zu sein, was er so offensichtlich verabscheute und dann genau so um Beherrschung zu ringen wie sie. Wobei sie es eigentlich etwas leichter hatte.

#Flashback#

„Alessandra!“ „Nein!“, weigerte sich das schwarzhaarige Mädchen von gerade mal zehn Jahren. „Ich werde dich dazu zwingen, wenn du dich weiter weigerst!“, grollte der braunhaarige Hüne, welcher sie auf Schritt und Tritt zu verfolgen schien. „Alessandra bitte“, versuchte es der Hüne noch einmal bittend, doch das kleine Mädchen saß weiterhin hoch oben auf einem Ast und krallte sich an der Rinde fest. Bedachte man ihren Körper genauer, konnte man erfahren, warum der Mann so außer sich vor Sorge war. Das kleine Mädchen war bis auf die Knochen abgemagert, ihre Haut war blasser als blass und zog sich unangenehm über ihre Knochen. Fast schwarze Augenränder zeichneten sich unter ihren Augen ab und ließen sie noch kränklicher aussehen. Sie kniff die Augen zusammen und hoffte darauf, so unsichtbar zu werden, aber als sich zwei muskulöse Arme um ihre Taille schlossen, schrie sie und versuchte mit ihren Fingern sein Gesicht zu zerkratzen, was bei dem riesigen Größenunterschied unmöglich war. Mit dem kleinen Mädchen in seinen Armen, sprang der Hüne einfach von dem Ast herunter und landete wie eine Katze auf seinen Füßen.

Die kleine Schwarzhaarige schrie und wimmerte umso näher sie dem Platz kamen, von dem sie geflohen war.

Sobald der Wind seine Richtung änderte und den Geruch der Lichtung zu ihnen hinüber trug, verbiss sich Alessa in einen Oberarm des Riesens, dieser zuckte etwas, trug das Mädchen aber weiter.

Fünf Personen warteten auf sie, als sie die Lichtung wieder betraten.

Zwei kleine Kinder, einige Jahre jünger als die Schwarzhaarige. Sie tollten umher und liefen um die Erwachsenen herum.

Zwei Frauen, eine mit schneeweißen Haar, runzligen Gesicht und einem Haus Holz angefertigtem Gehstock, die andere vielleicht etwas älter als zwanzig Menschenjahre, sie hielt die ältere Frau bei der Schulter und beobachtet die beiden Jüngsten.

Die letzte Person war ein Mann, ein Kopf kleiner als der Hüne, aber genauso das von Grau durchzogene braune Haar, die braunen Augen und die gleichen Gesichtszüge, wenn auch etwas härter.

Aber das interessierte weder den Hünen noch das kleine schwarzhaarige Mädchen, den mitten auf der Lichtung kniete ein verletztes Reh, der rechte Hinterlauf war seltsam verschoben, weswegen es immer wieder wegknickte, sobald es sich erheben wollte.

„Es wird so oder so getötet Alessandra“, sprach der Riese sanft auf sie ein, sobald er feine silbrige Tränen sah die ihre Wangen hinunter liefen, „du ersparst ihm nur sein Leid.“

Das Tier erschrak nicht, als sie näher trat und ihm beruhigend über den Kopf strich, den Hals hinab. Es zuckte erst, als die Kleine sich über sein Herz beugte, doch der Riese verhinderte, dass sie dies bemerkte, indem er dem Tier im gleichen Moment das Genick brach.

#Flashback Ende#

Alessa starrte auf ihre Hände, die manchmal im Schummerlicht immer noch rot zu sein schienen. Sie ekelte sich immer noch vor sich selbst, aber damals als kleines Kind, ein Kind, dass vor sich selbst am meisten Angst hatte und das tote Tier vor den eigenen Füßen, dessen Leben man selbst genommen hatte… Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als sie zwei bekannte Gestalten aus dem nächsten Gang kommen sah. Und wie es schien, erkannten sie auch sie, denn die kleinere Person sprang mit einem kleinen mädchenhaften Schrei hinter die Größere.

„Hey“, grüßte sie der braun-rot-Haarige mit einem schelmischen Grinsen, während der Blonde hinter ihm nur irgendwelche unverständlichen Laute von sich gab. „Selbst hey“, murmelte sie und starrte zu ihrem Gegenüber hinauf. Alessa war gewiss nicht klein, bedachte man, dass sie wahrscheinlich sogar noch etwas wachsen würde, aber der Junge vor ihr war dann doch etwas größer. „Reife Leistung mit Cas, glaub mir, ich hab ihn noch nie so durcheinander gesehen.“ Alessa runzelte kurz die Stirn, bis ihr wieder einfiel, wenn er meinte. „Ganz zu schweigen von meinem Cousin“, er deutete hinter sich, was mit einem weiteren unverständlichem Gebrabbel beantwortet wurde. „Oh“, war Alessas Antwort, sie schlich leicht um den Größeren herum, welcher sie neugierig beobachtete. „Ich wollte mich entschuldigen“, sah sie den Jungen mit den eisblauen Augen an, welcher wie ein Reh im Scheinwerferlicht aussah. „Ok?“, fragte der Blonde mehr, als das er antwortete. Alessa legte ihren Kopf leicht schief. Sie schätzte den Blonden eigentlich nicht als so einen Angsthasen ein. „Ich habe bisher nicht viele von euch kennen gelernt, ich bin euren Geruch nicht gewohnt“, antwortete sie und ging ein paar Schritte zurück um dem Blonden mehr Platz zu geben. „Du weißt was wir sind?“, fragte der Braun-Rote überrascht. „Ihr seid anders als die, die ich kenne, aber ihr teilt euch einig Details.“ „Wenigstens mal jemand, der nicht gleich versucht von uns Fotos zu machen und weiß was wir sind. Akatsuki Kain“, stellte sich der Größere vor und hielt einer überraschten Schwarzhaarigen seine Hand hin. ´Wag es dich. ´ Doch sie hörte nicht auf die Drohung der zweiten Präsenz in ihrem Verstand und ergriff die ausgestreckte Hand. „Alessandra Morgan“, antwortete sie. „Mein Cousin Hanabusa Aido“, deutete der Braun-Rote auf den Blonden, welcher mit leicht zweifelndem Blick eine Hand in Alessas Richtung hielt.

Ihre Mundwinkel zuckten unter Andeutung eines leichten Lächelns, als sie seine Hand schüttelte. „Kain, Aido wo seit ihr jetzt schon wieder?“, rief jemand, was die beiden Vampire zusammen zucken ließ. „Verdammt“, flüsterte der Blonde, während Akatsuki die Schwarzhaarige anlächelte. „Vielleicht einander Mal, wir müssen jetzt schleunigst verschwinden“, keine Sekunde später waren die Beiden um die nächste Ecke verschwunden und Alessa lief mit einem Kopfschütteln in Richtung Krankenzimmer.

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Alessa erwartete sie bereits, als Ayame zum Krankenzimmer zurückkehrte. „Alles okay, bei dir, Alessa-chan?“, fragte sie. Alessa nickte. „Ich habe Kain-Senpai und Aido-Senpai getroffen.“

Bei dem Gedanken, dass sie Aido getroffen hat, musste Ayame schmunzeln. „Und waren sie auch nett zu dir?“ „Kain-Senpai schon, doch Aido-Senpai schien ziemlich ängstlich.“ Einen ängstlichen Aido, ach, es wird ihr noch Freude bereiten, ihn damit aufzuziehen. Zufrieden mit sich und der Welt streckte sie sich. „Weißt du was? Du verdienst langsam dein eigenes Zimmer. Ich werde mich mal in nächster Zeit darum kümmern. Aber jetzt sollten wir uns erst mal schlafen legen. Morgen wird ein anstrengender Tag.“

Und Ayame ahnte nicht, was das für ein Tag werden würde.

Der Tag fing harmlos an.

Sie standen auf, zogen sich an, machten sich im Bad fertig und gingen anschließend zum Rektor. Nach einer überschwänglichen Begrüßung trug Ayame ihr Anliegen vor. „Ich glaube, Alessa verdient ihr eigenes Zimmer. Sie verfügt inzwischen über genügend Selbstbeherrschung. Sie hat sich sogar mit Kain-kun und Aido angefreundet.“ Sie schaute zu Alessa, die nur reglos dasaß und den Boden betrachtete. „Also …“ Plötzlich regte sich Alessa. Ihre Augen weiteten sich. Schnell sprang sie vom Stuhl und rannte aus dem Raum.

Zurück blieben nur eine verwirrte Ayame und der Rektor, der sich ebenfalls über die Reaktion wunderte. Ayame schaute ihn an und sagte nur: „Ich glaube, ich sollte jetzt gehen. Wir reden später weiter.“ Damit verschwand auch Ayame aus dem Rektorzimmer.

Sie eilte die Gänge entlang und suchte Alessa. Kopfschüttelnd lehnte sie sich an eine Wand. „Ich habe wohl keine andere Wahl.“ Sie schlug mit der flachen Hand gegen die Wand. Aus ihrem Ärmel krochen ein paar Schlangen hinaus. Es waren keine Echten, sie sahen eher aus, als wären sie aufgemalt. Man konnte sie gut als Spione benutzen oder wie im diesem Fall etwas zu suchen.

Da sie die Schlangen beschworen hatte, konnte sie auch sehen, was sie sahen. So sah sie Toga Yagari, die Bloody Rose auf Zero gerichtet und eine Alessa, die direkt auf ihn zu stürmte. Ayame erschrak und rannte los, hoffend, dass sie noch rechtzeitig kam um Schlimmeres zu verhindern.

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