FANDOM


Between Blood and Insanity

7. Kapitel – Save me from Insanity

"Wo entflieh ich, ach, endlosem Zorn,

unendlicher Verzweiflung?

Wohin ich flieh, ist Hölle, ich bin Hölle;

Und in der tiefsten Tiefe lauert stets

noch eine tiefere und tut sich auf

und droht, mich zu verschlingen, gegen die

die Hölle, die ich leide, himmlisch scheint."



John Milton, Paradise Lost (Satan im Selbstgespräch)





Mélanie wusste nicht, wie lange sie schon liefen, aber es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Sie hang an Eris Rücken, ihre Arme und Beine fest um ihn geschlungen, während die Vampire mit Lichtgeschwindigkeit durch Wälder und Orte rannten, ohne gesehen zu werden. Pamela, Isabel, Stan, Godric und zwei weitere Vampire, die sie nicht kannte waren auf dem Weg Charon zu retten und Lieziel davon ab zu halten sich umzubringen.

Mélanie hoffte, dass es noch nicht zu spät war.





Die Strafe für Täter müsste den Opfern gerecht werden, nicht nur dem Gesetz.

© Erhard Blanck

Am 19. August 1965 erging das Urteil im Auschwitz-Prozess





Nur noch zwanzig Minuten, dann würde sie da sein, dann konnte sie endlich mit den letzten Vier verbliebenen abrechnen. Lieziels Augen waren seit ihrem Streit zwischen den Anderen, nicht wieder normal geworden, im Gegenteil, es sah so aus, als würde die Haut um ihre Augen leicht rötlich glühen. Ihre Haare hatten einen leichten rot Stich, waren aber ansonsten nicht viel anders. Würde man ihre Fingerknöchel sehen, wären sie schon weiß, so sehr umklammerte sie das Lenkrad ihres Wagens, aber sie trug schwarze Lederhandschuhe, weswegen man es nicht sah. Die einzige Haut, welche sichtbar war und nicht unter einem robusten Kampfoutfit aus Leder verschwand, war die ihres Gesichtes, aber selbst die würde verschwinden, wenn sie ihre Maske trug. Ein allerletztes Mal, würde sie kämpfen, morden und sich an den Schmerzen ihrer Opfer erfreuen. Sie wusste, dass sie kein Recht hatte sich etwas zu wünschen, aber insgeheim hoffte sie, Charon noch ein aller letztes Mal zu sehen. Sie wusste, dass sie direkt in die Hölle wandern würde, sobald sie das Gift nahm, welches sie entwickelt hatte. Das Gift war das einzige, was ihr Leben beenden konnte, sie hoffte nur, dass sie noch bei Verstand war, um es einzunehmen. Sie drückte das Gaspedal noch weiter durch und überlegte sich, wen sie als erstes leiden ließ.





Wenn die Wunde nicht mehr weh tut, schmerzt die Narbe.

(Berthold Brecht)





Charon wimmerte leise, als er wieder zu sich kam, er konnte das schwere Eisen um seine Knöchel und seine Handgelenke fühlen, außerdem ein Seil um seinen Hals. Zumindest waren Sie nicht mehr hier.

Ob der Fremde gewusst hatte, wo seine Mutter war? Er hatte gesagt, dass sie kommen würde, aber nicht für ihn. Warum musste er das damals überleben, wenn er einfach nur gestorben wäre, dann würde seiner Mutter nichts passieren. Dann wäre das alles hier nie passiert. Wieder kamen ihm die Tränen und flossen wie kleine Bäche seine Wangen hinab. Was für ein Heuchler er doch war, er hielt seine Mutter vom Sterben ab, aber selbst wünschte er sich im Moment nichts sehnlicher. Er wollte die Tränen wegwischen, aber die Eisenketten waren zu kurz, sodass er einfach die Hände wieder sinken ließ. Er wünschte sich, dass seine Mutter jetzt hier wäre.



PoV

Lieziel starrte noch einmal in den Himmel, bevor sie ihre Maske aufsetzte und auf das unscheinbare Haus zuging. Ein kleines Haus auf einem fabrikähnlichen Gelände. Als würde man nicht herausfinden, dass hier etwas versteckt lag.

Sie brach die Haustür einfach mit dem Fuß auf und schritt dann mit gezogenem Katana ins Innere. Es stand nur ein alter klappriger Holzstuhl an der rechten Wand des Eingangs, die restlichen Räume waren leer, bis auf den Letzten, in welchem ein Teppich lag. Die Maskierte schüttelte über so viel Dummheit den Kopf, als ob man die Falltür dort nicht als erstes suchen würde.

Es war ein riesiges Labyrinth, als sie die dunklen Flure entlang schritt. Einzelne Fackeln erhellten die schwarzen Wände. Als würde man im Höllenschlund umher wandern, dachte sie und vergewisserte sich, dass niemand in ihrer Nähe war. Ihr Erbe pulsierte nur so und würde jeden, der in ihre Nähe kam, sofort foltern, sollte sie noch nicht zu gestochen haben. Umso länger sie lief, umso mehr hatte sie das Gefühl, als würde sie niemals ankommen. Vielleicht sollte sie auch einfach durch die Wand brechen? Allerdings würde, sie sich heilen müssen und so mehr Kraft verlieren. Plötzlich war da ein Geruch, ein Geruch, der ihr so bekannt vorkam, dass sie fast Angst hatte weiter zu gehen. Ihr Blut summte zufrieden, als würde es diesen Geruch willkommen heißen. Vorsichtig folgte sie der Spur, welche sie zum Ursprung des Geruchs führte.

Sie kam vor einer riesigen Tür aus Eisen zu stehen.

Tief Luft holend, stieß sie das Tor auf und betrat eine spärlich beleuchtete Halle, aber nicht lange, denn nacheinander gingen Fackeln an den Wänden an, angefangen an ihren Seiten, bis zum Ende der Halle, wo sie sich trafen. Doch mit dem Erblickten hätten sie nie gerechnet. Sie hatte nicht einmal Zeit, da wurde sie von hinten gepackt und gefesselt, man zwang sie auf die Knie und nahm ihr ihre Maske ab. Noch immer starrte sie die Person an, welche nun langsam auf sie zu kam und noch immer konnte sie sich nicht bewegen. „Lisa“, allein schon bei dieser Stimme und wie sie ihren Namen aussprach, lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken.



PoV

Kurz bevor die Vampire und der Halbdämon das Gelände betraten, wusste sie, dass Lieziel hier gewesen war, ihr Blutgeruch hang schwer in der Luft, besonders an der eingetretenen Tür. Mélanie betete innerlich, dass sie nicht zu spät kamen, dass Charon und Lieziel beide noch am Leben waren. Es war leicht Lieziels Spur zu folgen, weswegen sie ziemlich schnell zu der Tür aus Eisen kamen. „Markus, Marvolo, ihr bleibt hinter den Frauen, welche hinter uns bleiben. Stan, du wirst vorgehen und Godric und ich schützen dich von hinten“, murmelte Eric für alle hörbar. Alle nickten, bevor Stan das Tor wie Lieziel zuvor öffnete. Dieses Mal waren die Fackeln schon am brennen und wie Lieziel zuvor wurden sie von einem wartendem Patrick erwartet. Mélanie war die erste, die reagierte, indem sie scharf die Luft einzog. „Schäfer?“, fragte sie, nicht sicher, ob das hier vielleicht alles ein Traum war. Patrick legte leicht den Kopf schief und schien zu überlegen. „Ich hätte nicht gedacht, dass du mich kennst, Lisa muss dir von uns erzählt haben.“ „Uns?“, fragte Mélanie, während die Vampire gleichzeitig „Lisa?“, fragten. Patricks Lächeln wurde selbstgefällig. „Natürlich von uns. Wir waren zusammen, bevor Lisa nach Amerika ging.“ Godric war der Erste, welcher nach dieser sprichwörtlichen Bombe reagierte, wurde aber noch rechtzeitig von Eric und Isabel zurück gehalten. „Du lügst“, knurrte Mélanie, wurde allerdings ignoriert, da Patrick Godrics Reaktion viel interessanter fand. „Man fühlt sich mächtig, wenn man solch eine Kreatur besitzt, nicht wahr?“ „Sie ist keine Kreatur“, knurrte Godric und zeigte seine Fangzähne. „Ah, ihr seid Vampire, interessant, dass ihr es in ihrer Nähe aushaltet, wo ihr Blut euch doch förmlich ruft.“ „Was?“, flüsterte Mélanie und sah Eric bittend an, hoffend, dass das Blut der Elfe nicht so eine Reaktion hervor rief. „Wir haben uns daran gewöhnt, genauso wie an dein Blut“, antwortete Pamela stattdessen. Eric wich ihrem Blick aus und hielt Godric immer noch an der Schulter fest. Mélanie riss sich zusammen, dass hier war nicht der Ort zum streiten. „Warum habe ich nie gemerkt, dass hier zusammen gewesen seid, sie hätte mir so etwas erzählt!“ Patrick sah sie mit einem nachdenklichem Blick an, bevor es bei ihm „Klick“ zu machen schien. „Du bist die kleine Braunhaarige, die mit meinem Bruder ihren Abschluss gemacht hat und dann von der Bildfläche verschwand. Sehr einfallsreich deinen alten Namen bei zu behalten.“

„Was ist mit Charon?“, fragte sie anstatt zu antworten. „Diese kleine Missgeburt?“, fragte Patrick, „nun ein paar seiner alten Freunde kümmern sich um ihn.“ Diesmal waren es Mélanie und Eric welche fest gehalten werden mussten. „Aber keine Sorge“, begann der Schwarzäugige erneut, „wenn wir das haben, was wir von ihm wollen, könnt ihr ihn gerne zurück bekommen. Lisa wird ihn nicht mehr brauchen, schließlich hat sie mich wieder zurück.“ „Was braucht ihr von Charon?“, fragte Pamela. „Ihr wisst, in welchem Zustand Lisa diese Missgeburt fand, aber nicht, was sie dazu veranlasste, ihn zu behalten? Dieses Etwas wird der Kategorie der Wiedergänger zu geordnet, um genau zu sein, kann man ihn als den Tod höchstpersönlich klassifizieren.

Ein Splitter der unsterblichen Knochen und die Toten können von ihrem Grab auferstehen.

Ein Tropfen des unsterblichen Blutes und die Halbwesen können zu einem ganzen Wesen werden.

Ein Stück des unsterblichen Fleisches und selbst die Untoten können wieder sterblich sein.“

Bei dem letzten Satz sah er die Vampire, welche noch geschockter aussahen als Mélanie, an. „Lieziel hätte ihn niemals wegen dieser…dieser Bestandteile mitgenommen und sich um ihn gekümmert. Er ist ihr Sohn!“, schrie Mélanie fast, Lieziels Video immer noch im Hinterkopf. Patrick erhob sich von seinem Platz und schritt zu einer Seitentür. „Wie wäre es, wenn du sie selber fragst“, meinte der Schwarzäugige, während er die Tür öffnete und seine Hand in die Dunkelheit streckte.



#Flashback#



„Patrick“, wisperte Lieziel und starrte den jungen Mann an, welcher eigentlich im nächsten Jahr 30 Jahre alt werden sollte. „Es sind fast neun Jahre her nicht wahr“, begann er und lief wie ein Geier ums sie herum, nur um sich auf seine Beute zu stürzen, falls sie einen falschen Schritt machen würde, „du bist einfach so gegangen, ohne ein Wort, ohne zu erklären warum du gegangen bist. Ich hatte anfangs gedacht, du würdest mich doch nicht lieben und du hattest mich angelogen, aber dann forschte ich nach und fand heraus, welches Monster in dir steckte und begriff natürlich sofort, dass du nur gegangen warst, um mich zu schützen.“ Der Dunkelhaarige war so sehr in seinen selbstverliebten Monolog vertieft, dass er nicht einmal den angewiderten Blick der Rotäugigen sah. „Fast vier Monate nachdem du von der Oberfläche verschwunden warst, fing ich an festzustellen, dass sich auch mein Blut verändert hatte. Einen weiteren Monat hatte es gebraucht, um festzustellen, was genau sich verändert hatte…“ Er ging nun vor ihr in die Hocke und zog einen kleinen Dolch heraus, bevor er sich mit der Klinge vorsichtig über den Arm fuhr und etwas Blut hervor quoll, genug damit Lieziels Blick jeden einzelnen Tropfen verfolgte, welcher auf dem Steinboden aufschlug. Sie stöhnte fast vor Gier auf, als sie den Geruch wahrnahm, welcher von dem roten Lebenselixier ausging. „Du brauchst mich Lisa“, flüsterte Patrick und hielt ihr den Arm hin, sodass die offene Wunde leicht über ihre Oberlippe strich. Mit einem wilden Knurren, wollte sie nach vorne langen, wurde aber an ihren Fesseln zurückgezogen. Der Dunkelhaarige hob ihr Kinn an, damit sie ihm in die Augen sah, sie bemerkte nicht einmal mehr, dass die Augen ihres Gegenübers das Augenweiß verloren und vollkommen schwarz wurden. „Du brauchst mich, so wie ich dich brauche, ich habe gewusst, dass du irgendwann zu mir zurückkommen würdest.“ Er zog den Dolch noch einmal über seinen Arm, aber dieses Mal tiefer und so floss noch mehr Blut. Und als die Augen des Wesens, welches von Engel abstammte, sich so rot färbten, als wären sie die Augen des Teufels höchstpersönlich, wurden ihre Fesseln gelöst, sie schnellte nach vorne und trank gierig von dem zarten Blut, welches so viel Dunkelheit in sich trug. „Jetzt kann sich nichts mehr zwischen uns drängen“, wisperte der Schwarzäugige und strich der Blutelfe zärtlich durch die Haare, während sein Lächeln sadistisch wurde und das Halbwesen gierig von seinem Blut trank.



#Flashback Ende#



Mélanie wurde wahrscheinlich genauso blass wie die Vampire, als eine leichenblasse Hand mit schwarzen Schriftzeichen nach der Hand von Patrick griff. „Oh Gott“, wisperte Mélanie mit Tränen in den Augen, als sie Lieziel erkannte.

Ihre weiße Haut war über und über von diesen seltsamen Schriftzeichen überzogen. Ihr Haar war gewachsen und reichte ihr nun sogar unter die Hüfte, bis auf den leichten rot Stich, war das Haar weiß.

Und ihre Augen waren vollkommen rot, kein Augenweiß, selbst die Haut um ihre Augen herum glühte rot.

Das war Lieziel, die wahre Teufelsblutelfe, nur die Schriftzeichen passten nicht in das Bild und genau so waren die Adern nicht zu sehen.

„Komm Geliebte, ich möchte dir deine ersten Opfergaben vorstellen“, flüsterte Patrick und führte Lieziel auf seinen vorherigen Platz. Sie folgte ihm wie eine Puppe, die darauf wartete, dass ihr Meister ihr einen Befehl gab. „Eine wahre Schönheit, nicht wahr? Und sie gehört allein´ mir“, lachte Patrick schon fast schrill, während er mit der Hand über die schwarzen Male fuhr. „Acht Jahre musste ich darauf warten diese Macht für mich zu gewinnen. Wusstet ihr, dass reine Teufelsblutelfen, wenn sie Dämonenblut trinken, eine Macht wie die des Teufels höchstpersönlich besitzen?

In wenigen Minuten wird auch das Blut dieser kleinen Missgeburt wirken und dann, werde ich eine Macht besitzen, gegen die sich niemand stellen kann.“ „Niemals“, schrie Mélanie, „Lieziel sagte, es würde keine Dämonen mehr seit fast 700 Jahren geben, wo solltet ihr das Blut her haben.“ „Keine Dämonen mehr“, fragte Patrick, bevor er schallend anfing zu lachen und die Gruppe mit schwarzen Seelenspiegeln traf, kein Augenweiß mehr. „Welch Zufall, dass ich der letzte reine Dämon bin, nicht wahr? In wenigen Minuten werden ich und Lisa eine wahre Hölle auf Erden entstehen lassen.“ Mit diesen Worten nahm er einen kleinen Dolch und schnitt sich wie zuvor den Arm auf und hielt ihn Lieziel hin, welche sofort gierig trank. „Ihr werdet die ersten sein, die unsere Macht spüren werden, aber so lange, wie es noch dauert“, dabei hob er Lieziels Kinn an und sah ihr wie ein Hypnotiseur in die Augen, „darfst du mit ihnen spielen.“ Es brauchte keine zwei Sekunden, ehe Lieziel nach vorne schoss und Stan gerade noch ihrer klauenartigen Hand ausweichen konnte.

Ihr nächster Angriff sollte Pamela gelten, wurde aber durch Mélanie unterbunden, welche sich ihr mit geöffneten Armen in den Weg stellte. „Ich werde nicht zulassen, dass du zu dem wirst, was du versucht hast so lange zu unterdrücken. Bitte Lieziel, weißt du noch das Versprechen, welches du mir abverlangt hast, als ich das erste Mal meine Verwandlung hinter mir hatte? Du wolltest dass wir beide gehen, dass wir unserem Ende entgegen treten und zwar so weit fort, damit wir Charon nicht verletzten können. Bitte Lima, erinnere dich an deinen Sohn.“ Lieziel Haar färbte sich wirklich etwas rötlicher, aber es hielt nicht lange und ehe Mélanie sich versah, krachte sie schon mit voller Wucht in eine Wand. Eric und Markus waren sofort bei ihr und halfen ihr wieder hoch. Mélanie blickte Eric noch einmal in die Augen, bevor sie ihre Waffen, die sie bei sich trug, ablegte und an den geschockten Vampiren vorbei schritt. „Du hast mich aufgehalten, als ich Charon aus Fleischesgier töten wollte, hast dich mir in den Weg gestellt und riskiert zu sterben. Es wird Zeit, dass ich diese Schuld begleiche.“ Und mit dem letzten Wort, fing ihr Körper an zu wachsen, sich zu biegen, brechen und zu spannen. Ihre Beine wurden zu kräftigen Hinterläufen und ihre Arme zu kräftigen Vorderläufen. Ihre Wirbelsäule knackte, als sie wuchs und neue Wirbel entstanden und sich ein Schwanz bildete. Ihr Kopf wurde größer und ihre Nase sowie ihr Mund wuchsen zu einer Schnauze. Schnurrhaare bildeten sich, bevor die Kleidung von Fell verdeckt wurde, das letzte was sich änderte waren ihre Augen, welche nun die einer Raubkatze wurden und vollkommen golden waren.

Der schwarze Koloss eines Panthers kauerte sich auf den Boden, bereit zum Sprung. Etwas flackerte in den Teufelsaugen, bevor auch Lieziel bereit zum Sprung war. Die Raubkatzte fauchte und knurrte immer wieder, während sie Lieziel immer und immer wieder unter sich begrub, ihre Klauen in das bleiche Fleisch schlug und mit ihren Zähnen nach ihren Gliedmaßen schnappte. Wie zwei Wildkatzen in einen Kampf verwickelt, kämpften sie. Das einzige Blut mit welchem das Teufelswesen kämpfte war ihr eigenes, wie es schien hatte das Dämonenblut für eine neue Zusammensetzung gesorgt und konnte so seinen alten Anteil nicht mehr kontrollieren. Immer wieder ätzte ihr Blut das schwarze Fell weg, verbrannte das Fleisch darunter. Beide waren gleichstark, während die Vampire immer mal wieder versuchten einzugreifen, wurde es Patrick schnell zu langweilig. „Beende dieses lausige Spiel Lisa!“ Und nicht einmal einen Augenblick später, hörte Mélanie, wie ihr Herz anfing anders zu schlagen, immer langsamer, als wolle es aufhören. Mit einem Schrei ihrer beider Seiten fing sie an sich zurück verwandeln, es waren Schmerzen wie nach ihrer ersten Verwandlung, sie wurde gezwungen sich zurück zu morphen. Sobald sie wieder ein Mensch war griff sie sich schmerzverzerrt an die Brust. Gift pulsierte in ihren Adern sie spürte nicht nur, wie ihre Wunden nach und nach durch die Verätzungen größer wurden, sie sah es auch. Ihr markerschütternder Schrei wurde durch einen noch grausigeren und kreischenden Schrei übertönt. Rotes Fell, wie ein Fluss aus Blut kreuzte ihr Blickfeld, ehe sie Lieziels Blut erkannte. Aber es war nicht der schwarze fuchsähnliche Wolfe, sondern der rote wolfsähnliche Fuchs, den Lieziel ihr einst als Blutkitsune beschrieb. Die Reinkarnation ihres Blutes. Ihr Blut, welches sich gegen seine eigene Herrin zur Wehr setzte.

Aus der Kehle des Dämons, der alles aus der Ferne beobachtet hatte, erscholl ein dunkles Krollen, als er den Fuchs sah, aber ehe er es bemerkte, war es als würde sein Blut zu Stein erstarren und er war gezwungen zu zusehen. Der Fuchs, dessen Krallen sich in die Schultern seiner Herrin gebohrt hatten, hatte sein Maul um ihren Hals gelegte, allerdings hatten seine Zähne die Haut noch nicht durchbrochen. Lieziel zappelte, aber selbst der winzige Teil ihres Verstandes, der noch da war, verstand, dass sie sich nicht angreifen konnte, ohne dass ihr Blut sie stoppen würde.

Obwohl die Vampire nicht unter einer Starre litten, konnten sie sich nicht bewegen. Das Schauspiel welches sich ihren unsterblichen Augen darbot war zu grotesk, als das es wahr sein konnte.

Mélanies verätzter Körper zog sich über den kalten Steinboden hin zu der Teufelselfe, sie beugte sich über sie und drückte ihre Stirn gegen die ihrer besten Freundin. „Sieh´ mir in die Augen Lieziel, sieh´ mir in die Augen und sag mir, dass wir dir egal sind, dass Charon dir egal ist, dein eigener Sohn. Wir haben dein Video gesehen Lieziel. Eric, ich und Godric haben dein Video gesehen. Ich hatte immer angenommen, dass du deine Gefühle verstecktest, seit wir uns das erste Mal nach unseren Wandlungen sahen. Aber dieses Video, du hättest es nicht getan, wenn Charon dir nichts bedeuten würde. Du warst immer sanfter zu ihm, du hast dich meist sofort umstimmen lassen so bald du in seine Augen gesehen hast. Egal wie schlecht gelaunt du warst, Charon durfte alles von dir verlangen und du verneintest nicht. Du hättest die Welt für ihn nieder gebrannt, wenn er es sich gewünscht hätte, wenn es seine Alpträume zerstört hätte. Bitte Lieziel denk an Charon, denk an dein Kind, welches in diesem Moment wieder seine Alpträume durch lebt.“ Diese Sätze, dieser letzte Satz ließ Lieziels Augenweiß zurückkehren. Die Blutkitsune löste sich sofort von ihr war mit schnelle Sprüngen auf Patrick übergegangen, welcher sich nun wieder bewegen konnte. „Flasche“, wisperte Lieziel und suchte nach dem kleinen Fläschchen, welches sie unter einem Verband unter ihrer Kleidung versteckt hatte. Kaum hatte sie es, schluckte sie die schwarze Flüssigkeit darin, ehe sie sich erhob und die Blutkitsune mit einem Schlag zur Seite schleuderte. Sie half dem halbzerfetzten Dämon auf. Als die anderen ihre Augen sahen, waren sie wieder vollkommen rot. Mélanie kniete noch immer an dem gleichen Ort, an welchem Lieziel zuvor gelegen hatte.

Die rechte Gesichtshälfte des Dämons hing nur noch in Fetzten, sein rechtes Auge fehlte und vom Hals ab, konnte man die Knochen sehen, wenn man genauer hinsah, konnte man sogar die Lungenflügel beben sehen. „Heile mich“, zischte der Dämon Blut gurgelnd und zog sie schmerzhaft am Arm zu sich herunter. Sie folgte wie eine Puppe. Stan, Eric und Pamela sahen angewidert weg, als Lieziel den Dämon küsste. Godric kniff die Augen zusammen, während Isabel ihn besorgt ansah, nur Mélanie und den letzten beiden Vampiren fiel die Flüssigkeit auf, welche am Mundwinkel der beiden Küssenden hinab lief.

Erst jetzt viel Mélanie auf, das die Blutkitsune den Raum verlassen hatte und gerade wieder betrat. Blut bedeckte ihre Schnauze, sowie ihre Klauen und auf ihrem Rücken konnte sie weißes Haar erkennen. „Charon“, atmete Mélanie zittrig aus und nahm ihn sofort in die Arme, sobald die Kitsune bei ihr war. Genau in diesem Moment löste sich Lieziel von einem schreienden Patrick, dessen Haut und Knochen sich blitzschnell anfingen aufzulösen. Lieziel fiel zuckend neben das Bündel Fleisch welches über blieb, allerdings löste sich ihr Fleisch nur langsam. Die Vampire, die Kitsune, sowie Mélanie waren sofort an ihrer Seite. Die dämonischen Schriftzeichen waren verschwunden, ihre Haare waren schwarz geworden und ihre Augen waren ein normales braun-grau, mit einem winzigen roten Ring um die Iris. Ihr Blick war zur Decke gewandt und ein Schleier legte sich über ihre Augen. „Tu doch was!“, schrie Mélanie die Kitsune an, welche sich um den Kopf der Elfe gelegt hatte und Godric anblickte, der ihren Blick schmerzerfüllt erwiderte.

Der Fuchs aus Blut verzog sein Maul, sodass seine Zähne zum Vorschein kamen. Ein grausiges Lächeln, wenn die Anwesenden nicht zu sehr geschockt wären, dass das Tier zu sprechen anfing. „Ihr seit Narren nicht zu erkennen, dass es Gift war, welches sie einnahm. Wo fließt das Blut?“, man konnte die Stimme nicht zu ordnen. Sie war männlich und weiblich, jung und alt. „In den Adern“, wisperten Isabel und Pamela, während Godric sich schon zur gleichen Zeit vorgebeugt hatte und seine Zähne über Lieziels Herz einschlug. Das Blut welches Godric nach und nach raus saugte und ausspukte war tiefstes dunkles Blau.

Erst nach fast einer Stunde erhob die Kitsune erneut ihre Stimme. „Genug“, grollte ihre Stimme, während sie sich erhob und sich auf Lieziels Brustkorb nieder ließ. Die verschleierten Augen der Blutelfe richteten sich auf sie. Die Kitsune beugte sich vor und wisperte etwas, bevor sie sich wie schon einmal in ihren Urstand zurück versetzte und mit Lieziel verschmolz.



PoV

Die Schmerzen verschwanden und zurück blieb wieder die Leere, welche ihre zweite Hälfte zurück ließ. Verschwommen konnte sie ein paar Gestalten erkennen, aber ihr Blick blieb bei dem weißen Fleck hängen, welcher leicht mit etwas rotem Vermischt schien. Ihre Lippen formten einen Namen, aber kein Ton kam heraus. Starb sie gerade? Eigentlich hatte sie sich den Tod schmerzhafter vorgestellt, besonders, da sie das Gift eingenommen hatte. Sie verzog ihren Mund zu einem Lächeln. Jetzt würde zumindest nicht mehr die Gefahr bestehen, dass jemand wie sie den Weltuntergang brachte. Ob es Charon gut ging? Und die anderen? Mélanie? Sie hatte mit ihr gekämpft, das wusste sie.

Bei Lucifer, sie hatte versucht ihr Herz zu stoppen. Aber…es war das Dämonenblut gewesen. Nicht sie. Sie hatte nicht versucht ihre Freundin umzubringen, oder? Aber sie spürte es nicht mehr, hatte sich das Dämonenblut mit dem Gift aufgelöst? Eine plötzliche Berührung ließ sie den Mund zum Schrei öffnen, aber wieder kam kein Ton. Und dieses Mal, war der Schmerz schon eher an ihre Vorstellung des Todes angepasst.

Betäubt und langsam in die Dunkelheit abgleitend, stellte sie fest, dass sie schwebte, sie fühlte neben dem Schmerz, noch eine angenehme Kühle, als hätte man Flügel um sie geschlungen um sowohl ihre Seele, als auch ihren Körper zusammen zu halten. Ohne Erfolg wisperte sie erneut einen Namen bevor dort nur noch Schwärze war.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Sieben Wochen waren seit diesen frühen Morgenstunden vergangen, der Herbst widmete sich langsam seinem Ende und machte für den Winter Platz, auch wenn man diese nur an laublosen Bäumen fest stellen konnte, da noch immer mehr als genug Plusgerade herrschten.



Im Haushalt der Lucano-Killian-und Vampire hatte sich einiges geändert. Godric und Eric waren nun vollkommen eingezogen und hatten sich den Keller zu einer Wohnung umgestaltet. Die beiden Scheinschwestern hatten die mehreren Räume leer gelassen, da sie nie gewusst hatten, was sie dort unterbringen sollten.

Pamela kam nachwievor am Wochenende vorbei, blieb aber die Woche über in Erics altem Haus, welches nun ihr gehörte. Mélanie hatte sich selbst Urlaub genommen und verbrachte die meiste Zeit mit den beiden Vampiren, auch wenn sie die größte Zeit nur mit Eric verbrachte, da Godric jedes einzelne Sekunde bei Lieziel verbrachte, wenn Eric ihn nicht gerade dazu zwang etwas zu essen, oder an die frische Luft zu gehen.

Lieziel lag im Koma. Ihre Wunden verheilten immer noch, wurden aber langsam immer besser. Ihr langes Haar war geblieben und zu aller Verwunderung war ihr Haar schwarz-rot-weiß gestreift. Ihre Haut war wieder die natürliche Blässe mit dem Bronze-Stich geworden. Das einzige was beunruhigend war, war ihr Herzschlag. Isabel, die sich mit etwas medizinischem Wissen auskannte, hatte gemeint, dass Lieziels Herz wie das einer Scheintoten schlug und seit diesen sieben Wochen, hatte sich der Schlag nicht verändert. Immer wenn Mélanie nach ihr sah, war Godric bei ihr, am Anfang hatte sie es erstaunt, dass der Vampir es so ernst meinte, doch jetzt war es nur noch ein trauriges Bild. Godric der ihre Hand hielt, immer wieder etwas auf Schwedisch sagte und sie, die mit aller Wahrscheinlichkeit niemals wieder aufwachen würde. Mélanie stand meist einige Minuten im Türrahmen, besah sich das Bild, bevor Eric sie davon wegzog und sie ablenkte.

Die größten Sorgen bereitete ihr Charon. Der kleine weißhaarige Junge, den sie als Neffen lieb gewonnen hatte.

Seine Verletzungen waren immer noch schlimm und immer noch leuchtete Blut durch die Verbände, wenn er sich zu schnell bewegte. Er sprach nicht mehr. Nachdem er das erste Mal aus der Bewusstlosigkeit aufgewacht war und nach seiner Mutter geschrien hatte und sie dann zu Gesicht bekam, hatte es ihm die Fähigkeit zu sprechen genommen, oder eher den Anreiz. Auch wenn es seltsam klang, so war Charon in den letzten Wochen körperlich gealtert. Er sah jetzt wie neun; zehn Jahre aus. Sie waren alle zum dem Ergebnis gekommen, dass der Tod seiner Schänder und das Selbstopfer seiner Mutter dazu beigetragen hatte. Charon hatte das Video seiner Mutter gesehen, er hatte Mélanie stumm darum gebeten bei ihm zu bleiben und es sich mit ihm anzusehen.

Danach hatte sich Charon nur noch hinter Büchern versteckt, größtenteils die Aufzeichnungen, die Lieziel über ihr beider Erbe gemacht hatte.

Heute war wieder einer dieser Tage. Charon versteckte sich hinter den Aufzeichnungen, Lieziel lag im Koma, mit Godric an ihrer Seite, wie ein treuer Wachhunde, der selbst nach dem Tod seiner Herrin noch am gleichen Ort sein würde und Eric und sie saßen in der Küche und spielten „Mensch ärgere dich nicht“, wobei Eric das „Mensch“ weg gestrichen hatte und „Unsterblicher“ drüber geschrieben hatte.

So weit war es schon mit ihnen, dass sie sogar Kinderspiele spielten? „Vielleicht sollten wir für einige Zeit irgendwo hin fahren“, meinte Mélanie irgendwann zwischen drin. „Nur weg von hier“, setzte sie noch hinter her und bewegte ihren Kopf leicht in Richtung Treppe. „Sie werden nicht mit machen“, murmelte Eric und warf eines von Mélanies Männchen aus der Bahn. „Ich weiß“, antwortete Mélanie und wieder herrschte Schweigen. „Würde es nichts bringen, wenn jemand sie untersucht, der ansatzweise mit ihr verwandt ist? Es muss doch wenigstens normale Elfen geben“, meinte Eric und Mélanie starrte ihn wie vom Blitz getroffen an. „Wie dumm bin ich eigentlich“, meinte Mélanie erstaunt und bemerkte nicht einmal, dass Eric sie mit gehobener Augenbraue ansah. „Wir brauchen Sookie Stackhouse“, es ließ sich nicht vermeiden, dass ihre Stimme sich erfreut und gleichzeitig verstört anhörte. „Sook…“ „Eric sofort!“ Und ohne eine Erklärung sprang sie auf und lief zu Charon ins Zimmer. Eric schüttelte den Kopf, tat dann aber wie geheißen und informierte Pam, dass diese Campton Bescheid gab, damit er seine Freundin her brachte.

Es brauchte zwanzig Minuten bis Pamela mit Anhang eintraf. Mélanie war schon dazu übergegangen an ihren Nägeln zu kauen und Charon befand sich nun wieder bei seiner Mutter, genauso wie Godric. Eric begnügte sich damit, Mélanie beim Nägelkauen zu zu sehen.

„Mitkommen“, blaffte Mélanie die Blonde an, noch bevor sie die Hausschwelle übertreten hatte. Der Vampir Campton knurrte, wurde aber von allen ignoriert. „Du hast sie Herrin genannt“, begann Mélanie und ging gefolgt von den anderen die Treppe hoch, „was weißt du über sie, speziell ihre Rasse?“ „I-Ich weiß nur, was mir meine Oma erzählt hatte. Sie gehört der Königsrasse an, da sie die letzte mit dem Blut der Hochelfen ist. Man sagt, dass die Hochelfen nicht von normalen Engeln, sonder sogar von Erzengeln abstammten…“ Sie stockte, als Mélanie die Tür zu Lieziels Raum öffnete und sie zu Gesicht bekam. „Ich hoffe du verstehst etwas von heilen“, meinte Mélanie mit einer versteckten Drohung und stellte sich neben Godric um kurz seine Schulter zu drücken. Godric sah auf und nickte kurz. Charon allerdings bewegte sich nicht, er beobachtete die blonde Elfe nur mit Argusaugen, ein falscher Schritt und selbst er konnte jemanden töten.

„Was ist geschehen?“, wollte die Blonde wissen und war gerade dabei Lieziel zu berühren, als Godric sie anknurrte. „Vater“, knurrte Eric auf Schwedisch. Angesprochener drückte noch einmal die Hand der Blutelfe, bevor er seine Finger in sein Knie bohrte, als die Blonde begann Lieziel abzutasten. „Es war ein Kampf. Biss von einem Tier und Gift“, antwortete Mélanie kurz angebunden, „Godric hat das Gift raus gesaugt“, sie verschwieg, dass die Blutkitsune den Rest beseitigt hatte, genauso wie das Dämonenblut. „Daran liegt es nicht“, murmelte Sookie, „ ich habe vorher schon ihre Gedanken nur wie ein Rauschen war genommen, einzelne Fetzen, nicht mehr, aber jetzt ist es still. Ich vermute, dass ihr Geist sich ganz zurückgezogen hat…“ „Geistheilung“, murmelte Mélanie und ließ sich die Wand hinab gleiten. „Du hast schon immer viele Schwierigkeiten bereitet, Lima“, sprach sie weiter und blickte die Bewusstlose von unten herauf an.

„I-Ich könnte versuchen mit ihr zu sprechen, dann kann sie von allein zurück…“, versuchte es Sookie erneut. „Charon?“, wisperte Mélanie fragend. Der älter gewordene Junge starrte auf das Gesicht seiner Mutter. „Kennst du die Risiken?“, fragte er die Blonde leise. „I-Meine Oma sagte, ich könne mich selbst darin verlieren, besonders in den Geistern anderer und stärkerer We…“ „Das meine ich nicht“, unterbrach Charon sie schroff, „jeder Idiot, der schon einmal das Wort Geistheilung gehört hat, weiß das. Ich will wissen ob du weißt, auf was du dich einlässt, wenn du in einen Geist, einer Teufelsblutelfe eindringst, die für kurze Zeit erwacht war.“

Sookie schwieg auf diese Frage hin. „V-Vielleicht wenn ich es versuche?“ „Charon“, unterband Mélanie das Gestammel der Blonden. „Was könnte sie im schlimmsten Fall sehen, was könnte passieren?“, fragte sie auf Deutsch, natürlich nicht bewusst, dass drei gewisse Vampire mit hörten und das Gesprochene verstanden. Charon schloss die Augen, während er flüsterte. „Sie wird die Dunkelheit sehen, in der Mutter während des Dämonenblutes war. Es kann so weit gehen, dass sie sogar ihre Gefühle abbekommt und wenn dies der Fall ist, wird sie in der realen Welt schon nach einigen Minuten versuchen sich umzubringen. Außerdem…“, schwieg Charon, er brauchte nicht zu erwähnen, dass sie sogar ihn sehen würde, wie seine Mutter ihn fand. Keiner der Beiden schien auf zufallen, dass ihre „Mitbewohner“ wie erstarrt waren, nachdem sie dies gehört hatten. „Ihr Tagebuch“, begann Mélanie erneut, „stand dort nichts drin, was uns…“





PoV

Es war ziemlich ironisch, war ihre Lieblingsfarbe doch schwarz und nun war ALLES um sie herum schwarz. Befand sie sich hier vielleicht schon in der Hölle, aber wo war dann Lucifer und die ganzen Dämonen? Wo waren die Meter hohen Türme aus Feuer und die Folterinstrumente? Sie hatte sich die Hölle eindeutig imposanter vorgestellt. „Es war klar, dass du solche Fragen stellst, anstatt, ob du noch am Leben bist“, antwortete eine angenehme und seltsam vertraute Stimme. „Bist du mein Gewissen?“, fragte sie spöttisch. Ein dunkles Lachen bekam sie als Antwort. „Glaub mir, ich bin weit von einem Gewissen entfernt. Aber wenn es dich tröstet, du besitzt eins, auch wenn es nur in bestimmten Situationen hervor kommt.“ „Ich wusste nicht einmal, dass ich eins habe“, murmelte sie. „Also was ist das hier? Die Ich-werde-mich-ewig-in-der-Dunkelheit-langweilen-Party?“ „Und da dachte ich, es würde dir gefallen“, lachte die Stimme erneut, „aber nein, eigentlich wollte ich dich nur einmal persönlich sprechen.“ „Womit verdiene ich diese Ehre?“ „Nun sagen wir einfach, dass es endlich an der Zeit war.“ „An der Zeit?“ „Neugierig? Ich werde es dir nicht verraten, noch nicht“, lachte die Stimme erneut und dieses Mal hörte es sich an, als wäre die Stimme direkt neben ihr. Etwas sprichwörtlich Federweiches streifte sie. „Du warst das? Der Moment indem ich das Bewusstsein verlor?“ „Du fühlst es?“, fragte die Stimme leicht erstaunt, bevor sie leise gluckste. „Du scheinst mehr von dem Blut in dir zu tragen, als ich dachte. Ja ich war es, es wäre schmerzhafter für dich geworden, wenn du die ganze Zeit bei Bewusstsein gewesen wärst.“ „Danke“, antwortete sie und in diesem Wort lagen so viel mehr Emotionen, als sie jemals zeigen würde. „Aber ich verstehe nicht, warum ich dann nicht tot bin. Ich habe das Gift genommen.“ Wieder das Glucksen in ihrer Nähe. „Wie es scheint waren sehr viele dagegen, allem voran dein Blut und ein gewisser jung aussehender Vampir.“ Nun hätte sie die Stirn gerunzelt, wenn sie es gekonnt hätte. „Du kannst es ruhig glauben, auch wenn es mich überrascht hat, dass die Vampire, welche ihr jetzt schon in eure Familie aufgenommen habt, überhaupt keinen Drang mehr verspüren, euer Blut zu trinken, besonders dein Blut…“ Die Stimme verstummte augenblicklich. „Idioten“, murmelte sie plötzlich. „Es tut mir Leid, eigentlich hatte ich vor dich nach unserem Gespräch zu wecken, da du genug geheilt bist um nur noch leichte Schmerzen zu haben, aber wie es aussieht, geht es gewissen Personen nicht schnell genug. Ich weißt nicht, ob ich die Möglichkeit bekomme, aber vielleicht werden wir uns in der realen Welt einmal treffen, solange solltest du dir vielleicht endlich ein paar Gefühle eingestanden haben.“ „Warte“, rief sie, als sie spürte, wie sich die Präsenz von ihr entfernte. „Erfahre ich wenigstens deinen Namen?“ „Gabe. Du kannst mich Gabe nennen“, antwortete die Stimme ein aller letztes Mal, bevor siedend heißer Schmerz einsetzte, es fühlte sich an, als würde man gerade ihren Kopf von innen heraus schmelzen…



PoV

Mélanie und Charon hatten leise weiter diskutiert und waren zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Sookie Stackhouse war egal, sollte sie Selbstmord begehen, Hauptsache Lieziel kam zurück.

Nach einem Befehl durch gefletschte Zähne, kniete die blonde Elfe nun neben Lieziel, ihre Hände an deren Schläfe und konzentrierte sich mit geschlossenen Augen.

Das Erste was sich tat, waren Lieziels Finger, welche leicht zuckten, dann die Adern, welche wie ein Blinklicht aufleuchteten, nur um wieder aus dem Blickfeld zu verschwinden. Es dauerte ein paar Sekunden, bevor ihre Augenlieder anfingen zu zucken, bevor sich ihre Augen öffneten, leider nicht ohne Nebeneffekt. Aus Lieziels Kehle drang ein markerschütternder Schrei, als zöge man ihr ihre Haut vom lebendigen Leibe ab und zog mit einer Klinge Schicht für Schicht das frische Fleisch von den Knochen. Niemand konnte so schnell reagieren, da war Godric schon vor geschnellt und hatte Sookie mit Würgegriff an die nächste Wand gepinnt, die Zähne gefletscht, die Eckzähne ausgefahren und die Augen vom wenigen Bluttrinken schwarz wie Kohle. „Vater!“ „Godric!“, schrien Eric und Mélanie gleichzeitig, während Eric schon dazu übergegangen war, Campton in einem eisernen Griff fest zu halten, damit er nicht auf Godric losging. „Was hast du mit ihr gemacht?“, knurrte Godric die erschrockene Blondine an. „I-Ich, n-nichts…nur.“ „NUR?“, knurrte er, wurde aber von einer mehr als bekannten Stimme unterbrochen. „Godric, lass sie.“ Alle Anwesenden starrten auf das Bett, auf welchem Charon sich nun in die Arme seiner Mutter kuschelte und fast mit ihr zu verschmelzen schien. Ihre Augen waren rot, aber nicht mehr dieses Feuerrot, sondern ein dunkles angenehmeres Blutrot.

Würgemale zeigten sich auf dem Hals der Elfe, als Godric sie los ließ und sie die Wand leicht röchelnd hinunter glitt. „Wie geht es dir?“, fragte Mélanie sofort und glitt neben Lieziel aufs Bett. Sie hätte fast gelacht, als sie Lieziels typisches Lächeln sah. „Abgesehen von den Kopfschmerzen und meinen wunden Knochen ziemlich…“ Sie wurde mitten im Satz von Mélanie unterbrochen, welche sich nach vorne gelehnt hatte und sie in eine kochenbrecherische Umarmung zog. „Tu das nie wieder, hörst du! Ich hole dich eigenhändig zurück, nur um dir in deinen Hintern zu treten und dich dann selbst zu töten.“ Etwas ratlos strich Lieziel Mélanie wie einem Klein-kind über den Kopf. „Du hast von Anfang an gewusst, dass es irgendwann passieren kann, warum bist du dann so überrascht?“ Noch ehe sie sich versah, zierte ein roter Handabdruck ihre linke Gesichtshälfte. Überrascht starrte Lieziel die Halbdämonin an. Mélanie hatte nie jemanden geschlagen, oder war auch nur in irgendeiner Weise handgreiflich geworden, im Gegensatz zu Lieziel, deren Zimmer schon eine Grunderneuerung hinter sich hatte. „Warum kannst du nicht einmal egoistisch sein und leben WOLLEN?“, schrie Mélanie ihr ins Gesicht. „Immer willst du verdammt noch mal alle schützen, aber das kannst du nicht! Warum siehst du nicht endlich ein, dass du bei uns bleiben MUSST.“ Mélanie war sogar dazu übergegangen Lieziel an den Schultern zu schütteln, selbst Charon hatte sich leicht von den beiden Frauen entfernt. Ohne ohne es zu wollen, floss die erste Träne über Mélanies Wangen. Lieziel wischte sie vorsichtig weg, bevor sie sich vor lehnte und Mélanie in eine Umarmung zog, ihre Lippen an Mélanies Ohr, um ihr zu zuflüstern, auch wenn die Vampire es hörten. „In dem Jahr als meine Wandlung begann, gab es eine Melodie, die mich nicht los lies. Ich suchte damals nach dem Ursprung und fand im Internet den Film zu dieser Melodie. Ein Film über den Baum des Lebens, du weißt, der, der mit einem flammenden Schwert beschützt wurde. Es ging um einen Mann, der immer wieder versuchte, den Menschen zu schützen, der ihm alles bedeutete, doch auch wenn die Lösung zum greifen nah war, starb dieser Mensch und ER war alleine, egal wie sehr er sich anstrengte, immer wieder war es am Ende seine Schuld, weil er SIE nicht beschützen konnte. Seine letzte Hoffnung war der sterbende Stern. Ich bin sicher, du kennst die Geschichten um Xibalba, das Reich in dem die toten Seelen der Maya wiedergeboren werden. Als er seine letzte Reise antrat, hatte er nur sie in seinen Gedanken, ein Baum wuchs an seiner Seite, ein Baum, den er über ihr Grab gepflanzt hatte und zu dessen Ästen, Blättern und Früchten sie geworden war. Würde er den sterbenden Stern erreichen, so wusste er, würde er den Baum des Lebens erreichen, SIE würde erblühen und dann konnten sie leben. Doch so war es nicht. Er verbrannte an IHRER Seite, als der Stern starb. Der Baum versprach nicht das ewige Leben für die Wesen selbst, sondern für das SEIN. Der Baum würde ewig existieren, die Erde zu seinen Wurzeln und der Himmel über seiner Krone, aber niemandem war es erlaubt dieses ewige Leben an sich zu nehmen.

Verstehst du? Er hatte alles getan um sie zu retten, nur fernhalten konnte er sich nicht von ihr, deswegen wollte ich das tun. Euch ermöglichen zu leben, ohne mein Eingreifen, ohne meine Schuld“, endete sie leise und spürte, wie Charons dünne Ärmchen sich von hinten um ihren Hals schlangen. „Nur wegen dieses Films“, murrte Eric. „Ob du es glaubst oder nicht Northman“, erhob sie ihren Blick, „aber dieser Film hat mir damals durch die schlimmste Zeit meines Lebens geholfen. Deswegen ja, nur wegen dieses Films.“ Der blonde Vampir schüttelte ungläubig den Kopf. „Wie die Zeit mit deinem Dämonen Schätzchen?“, fragte er wütend. „Eric“, murrte Mélanie und sah über ihre Schulter hinweg zu ihm rüber. Lieziel schwieg, sah ihn nur mit eisigen Blicken an, was schon fast unheimlich war, da es durch die Augenfarbe eigentlich glühende Blicke sein sollten.

„Könntet ihr gehen?“, fragte Godric in die Stille hinein und alle sahen ihn überrascht an. Mélanie nickte leicht und erhob sich, Charon hatte es etwas schwerer, löste sich dann aber auch von seiner Mutter und folgte allen Anderen, welche nach und nach das Zimmer verließen, zwei Unsterbliche zurück lassend. „Eine seltsame Art Déjà-vu, findest du nicht?“, fragte Godric und setzte sich nun zu Lieziels aufs Bett, welche ihre Knie angezogen hatte und ihren Kopf auf diese bettete. „Du schützt sie auf deine Weise, ich auf meine“, zuckte sie die Schultern. „Mich hast du allerdings von dieser Idee abgebracht, warum hast du trotzdem versucht das Gleiche zu tun?“ „Weil ich nur vier Leute töten musste“, antwortete das Halbwesen trocken, „außerdem wolltest du es friedlich zu Ende bringen, das ist ein Unterschied.“ „Warst du wirklich mit ihm zusammen?“, fragte der Vampir leise und hoffte, dass es nicht wahr war. „Ein paar Monate, bevor ich es nicht mehr in Deutschland aushielt“, antwortete sie ehrlich und sah ihm zum ersten Mal richtig in die Augen. „Was hast du gemacht, dass deine Augen schwarz sind?“ „Ich war bei dir.“ Stille legte sich über das Zimmer.

Lieziel, die den Vampir leicht erstarrt, wenn nicht sogar geschockt ansah und auf einmal Gabes Worte im Hinterkopf hatte. Und Godric, welcher wieder dieses jugendhafte, unschuldige Gesicht trug.



#Flashback#



Es hatte sich schon damals falsch angefühlt mit Patrick etwas anzufangen.

Begonnen hatte es mit einem einfachen Gespräch. Ihr damals 17-jähriges Ich namens Lisa hatte damals nach Schulschluss auf den Bus gewartet, genauso wie Patrick auf seinen Bruder wartete. Sie konnte sich noch gut daran erinnern, da sie nur zwei Wochen zuvor Patricks damaligen besten Freund ihre Gefühle gestanden hatte. Eine kleine Vernarrtheit, die sich über einige Jahre hinweg gezogen hatte. Natürlich hatte Patrick davon erfahren und seit diesem Tag erschien er immer um seinen Bruder abzuholen. Vielleicht war er auch einfach nur von seinen Eltern dazu verdonnert worden, seinen kleinen Bruder abzuholen, hatte sie zumindest gedacht.

Sie saß in der Sonne, die Augen geschlossen und Musik hörend, als ein Schatten ihr das Sonnenlicht nahm. Sie hatte geblinzelt und Patrick erkannt, der sie mit einem seltsamen Blick bedachte. „Brauchst du eine Gelegenheit um nach Hause zu kommen?“ Natürlich hatte sie nicht abgelehnt und war mit den beiden Brüdern mit gefahren. Und das wiederholte sich sogar immer öfters, bis sie jeden Tag von Patrick, auch ohne seinen Bruder, nach Hause gebracht wurde. „Man könnte meinen, dass du es aus Mitleid machst, weißt du, weil er nicht so fühlt wie ich“, begann sie, als Patrick gerade anhielt und wieder bedachte er sie mit diesem seltsamen Blick, den sie erst Jahre später verstehen würde. „Dann müsste ich aber einige dutzend Mädchen mehr durch die Gegend fahren“, antwortet er leicht verschmitzt, bevor er ernst wurde. „Ich glaube eher, dass er ein Idiot war, es nicht einmal mit dir zu versuchen.“ Als Erwiderung hatte sie nur eine Augenbraue hoch gezogen. Am Ende dieses Gesprächs war dann Patrick derjenige, der es mit ihr versuchen wollte. Er hatte ihr erzählt, dass in der Zeit, in der sie seinem besten Freund nachgesehen hatte, er ihr nachgesehen hatte und er sich immer wieder geärgert und gleichzeitig gefreut hatte, wie blind sein Freund doch gewesen war, sie nicht zu sehen. Sie waren wirklich ein Paar geworden, wenn auch nicht öffentlich.

Der Blick mit welchem er sie damals bedacht hatte, war auch der gewesen, mit welchem er sie zuletzt angesehen hatte. Habgier und Wahnsinn.



#Flashback Ende#



Doch das einzige, was Godrics Augen ausstrahlten, war eine Sanftheit, die sie nur selten in ihrem Leben gesehen hatte und die nur ihr galt.

„Ich bin kein „Mensch“ für Beziehungen Godric, du siehst wohin mich die letzte richtige gebracht hat…“ „Ich bin kein Dämonen…“, antwortete er sofort, wurde aber gleich wieder unterbrochen. „Ich bin so launisch wie eine fünf-jährige, die nicht den Lolli bekommt den sie will, ich habe die Geduld einer Eintagsfliege, ich bin so sarkastisch wie Frischfleisch in der Nähe von Raubtieren nur sein kann, meine Gefühlsregungen sind die einer Steinstatue. Ich bin eine masochistische Sadistin und so besitzergreifend wie die Dunkelheit, wenn du damit leben kannst…“ Sie zuckte die Schultern und sprach den Rest nicht aus, Godric würde auch so wissen, was sie meinte.

„Sicher das du nicht Erics Schwester bist?“, fragte Godric mit einem kleinen Lächeln, weswegen Lieziel empörte Laute von sich gab…



PoV

Pamela und Anhang waren gegangen, sobald sie das Erdgeschoss betreten hatten. Mélanie hatte mit leichter Zufriedenheit gesehen, dass Godrics Würgemal noch lange erhalten bleiben würde. Eric, Charon und sie saßen nun im Wohnzimmer, Charon auf seinem Sessel und Eric und sie zusammen auf dem kurzen Sofa.

„Meinst du, ich konnte sie gleich fragen?“, platzte Eric nach kurzer Zeit heraus. Mélanie lief danach scharlachrot an und schlug mit dem nächst besten Kissen nach dem Vampir. „Bist du verrückt geworden, sie wird dich in der Luft zerreißen! Außerdem geht es sie nichts an“, endete sie erbost.

Eric war vielleicht ein Gentleman, wenn er etwas wollte, aber sein Timing und der nicht vorhandene Überlebenswille wenn er mit Lieziel sprechen wollte, war besorgniserregend.



#Flashback#

Mélanie zuckte nicht einmal mit der Wimper, sie starrte Eric immer noch an, als seien ihm ein paar Engelsflügel gewachsen. Ob das bei einem Hybriden ging? Den Kopf schüttelnd, startete sie einen neuen Versuch zu sprechen. „Du willst mit mir ausgehen, willst aber warten um Lieziel um Erlaubnis zu bitten? Entschuldige, wenn ich da nicht ganz mit komme, aber seit wann ist sie meine Mutter und überhaupt, sollte das nicht eigentlich nur mich interessieren?“ „Naja“, begann der blonde Vampir leicht verlegen und kratzte sich am Hinterkopf, „ich komm aus der Zeit wo man noch um Erlaubnis gefragt hat und da es nur eine Schwesterfigur in dieser Familie gibt und Lieziel die ältere von euch Beiden ist, entscheidet sie in gewisser Weise, ob es ok wäre, wenn ich der Jenige wäre, mit dem du ausgehst…“ Wenn ihr Eric nicht so sehr leidgetan hätte mit seinem Gestammel, hätte sie sicher gelacht, außerdem war es sicher, dass er rot geworden wäre, wenn er ein Mensch gewesen wäre. So begnügte sie sich nur eine Augenbraue hoch zu ziehen und ihn schmoren zu lassen. „N-Naja, also, ach verdammt…“ Ehe sie sich versah, hatte Eric sie mit den Armen über ihren Kopf an der nächst besten Wand, fest gepinnt. Eigentlich war Mélanie davon ausgegangen, dass er sie küssen würde, aber zu ihrer Überraschung, lehnte er seine Stirn frustriert knurrend gegen ihre. „Sie wird mich zerfetzten, sobald sie hier von erfährt…“ „Wird sie so oder so“, murmelte Mélanie und sah ihn leicht heraus fordernd an. Kurz bevor sich ihre Lippen berührten, räusperte sich jemand neben ihnen. Eric verdrehte genervt die Augen, als er seine „Tochter“ erkannte. „Du weißt, dass du Selbstmord begehst, wenn du das machst? Lieziel wird es lieben aus dir Hackfleisch zu machen, dafür, dass du ihrer „Schwester“ zu nahe gekommen bist.“ „Jetzt reicht’s“, hob Eric abwehrend die Hände und entfernte sich ein Stück von Mélanie. Pam verließ lachend die Küche ohne ein weiteres Wort.



#Flashback Ende#



Eric hatte zu Mélanies Leidwesen nicht noch einmal versucht sie zu küssen, allerdings umarmte er sie öfters von hinten, oder legte einen Arm um ihre Schulter und naja, Lieziel war wach, mal sehen wie lange es brauchte, bis die ersten Köpfe rollten.

„Was meinst du, worüber die Beiden reden?“, fragte Mélanie, nachdem sie sich beruhigt hatte und Eric wieder einen Arm um ihre Schulter geschlungen hatte. „Über ihr unsterbliches Verlangen füreinander“, lachte Eric leise und erhielt einen Hieb in die Rippen. „Schon gut, aber mal ehrlich, wenn die Beiden wieder anfangen wie am Anfang, sperre ich sie in einen Raum und wir machen dann irgendwo Urlau…“ Er stockte, als Lieziel und Godric den Raum Seite an Seite betraten. Lieziels Haare gingen ihr nur noch knapp bis zu den Schultern, wie am Anfang. Auf die fragenden Blicke hin zuckte sie die Schultern. „Mit den Haaren sah ich aus wie ein Streifenhörnchen.“ „Tust du immer noch“, antwortete Mélanie, während die Sitzenden zusahen, wie Godric und Lieziel sich einen Sessel teilten. Lieziel hatte die Armlehne für sich beansprucht. Eigentlich hätte Eric jetzt gerne einen schönen Spruch gelassen, wenn nicht in diesem Moment der Blick der Elfe zu seinem Arm gewandert wäre. Er schluckte, der Arm, welcher um Mélanies Schulter lag. Die Hölle wird ihn mit Freuden empfangen, dachte er sarkastisch. Doch aus unerklärlichen Gründen waren noch alle Gliedmaßen dran. Und erst da viel ihm Godrics Arm auf, der hinter Lieziels Rücken verschwand.

Und er hätte sie so gern zusammen eingesperrt. „Wir haben noch vier Geburtstage von Charon nach zu holen“, meinte Lieziel immer noch mit stechendem Blick auf Eric Arm, „schließlich ist er jetzt „zehn“ geworden.“ Charon lächelte sie mit seinem zierlichen Lächeln an. „Wir haben lange kein Picknick unter dem Sternenhimmel veranstaltet.“

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki