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Prolog von Chain of Tragedy



Blätter raschelten und Äste knackten, während man den schweren Atem einer Person hörte. Man konnte die Ungleichmäßigkeit in den Schritten hören und das leicht versteckte Schluchzen.

Der Mond brach an einigen Stellen des Waldes durch das Blätterdach und tauchte alles in ein Spiel aus Schatten und Dunkelheit. Die Person, welche die erleuchteten Stellen mied, strauchelte. Und viel mitten in einen Kegel aus silbernem Licht. Nur kurz war das von Flüssigkeit verklebte lange Haar und der dünne, bleich scheinende Körper einer jungen Frau zu sehen. Schneller als der Wind rappelte sie sich wieder auf und lief weiter.

Sie durfte nicht verweilen. Sie konnte das Grollen ihrer Verfolger hören, nicht weit von ihr. Schwarze Flecken bildeten sich in ihrem Blickfeld, während sie das Bild von zarten Lebenssäften aufblitzen sah.

Roter Lebenssaft, welcher erst kurz vor Sonnenuntergang vergossen worden war. Ein weiteres verzweifeltes Schluchzen wollte ihrer trockenen Kelle entfliehen, doch wurde es durch einen erstickten Schrei gestoppt, welcher ihr entkam, als sie einen Abhang hinunter stürzte.

Benommen blieb sie ihm fahlen Schein des Mondes liegen. Dunkelblaue, fast schwarze Augen, sahen dem Mond entgegen, welcher ihre bleiche Haut schimmern ließ. Silber Fäden blitzen in ihren Tiefen auf und schienen dem silbrigen Licht gleich zu kommen. Das verklebte Haar schien dunkel und haftete in ihrem Gesicht, Hals und Schulter. Am Körper trug sie nur einen Fetzen, der als Shirt diente und eine zerfetzte kurze Hose.

Sie keuchte, während sie versuchte sich zu erheben. Die Knochen des schmächtigen Körpers knackten verdächtig.

Wieder halte das Grollen, doch dieses Mal war es näher. Trotz des Protestes ihres schwachen Körpers, erhob sie sich und lief weiter, nur weg von den Ungeheuern, welche ihr ihr Leben nehmen würden und damit die Opfer umsonst gemacht worden waren.

Beim nächsten Sturz liefen ihr heiße Tränen über das Gesicht und verschmierten die dunklen Rückstände in ihrem Gesicht noch mehr.

Nicht mehr weit, hatte er gesagt. Bald würde sie da sein.

Der Wald lichtete sich und ihre nackten Füße berührten auf einmal Asphalt. Sie strauchelte, fing sich aber und lief weiter. Sie würden nicht angreifen, oder? Nicht hier wo andere Lebewesen waren. Oder wäre es ihnen egal?

Sie stolperte. Doch dieses Mal konnte sie sich nicht fangen und schlitterte über den Asphalt. Völlig kraftlos blieb sie liegen und schloss gequält ihre Augen. Gleich würden sie sie einholen…

Doch nichts geschah. Soweit es ihr ihre Kräfte erlaubten, öffnete sie ihre Augen und erblickte die Morgenröte. Wie viel Zeit war vergangen?

Während ihr ausgezehrter Körper ihm fahlen Morgenlicht dort lag und ihr Verstand in einer Art Dämmerzustand wandelte, vernahm sie das Geräusch von Schritten. Ein markerschütterter Schrei war das letzte was sie vernahm, bevor sie in die Dunkelheit hinab tauchte.



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Der Morgen graute bereits als Ayame Higurashi sich für die Arbeit fertigmachte. Sie war Schulärztin in einem Internat, das sich Cross Akademie nannte. Gerade ging sie durch das Tor um vor der Arbeit noch ein bisschen frische Morgenluft zu schnuppern, wie jeden Morgen. Plötzlich ertönte ein markerschütternder Schrei. Ayame erschreckte sich, aber sie hatte sich schnell wieder gefangen. Während sie mit geschlossenen Augen dastand, analysierte sie den Ausgangspunkt. In der Nähe des Haupttores. Schnell rannte sie dorthin. „Sie dürfen es nicht merken!“, murmelt sie vor sich hin. Sie stolpert über eine Wurzel, doch das kann sie nicht aufhalten. Das Haupttor ist schon in Sicht. Zwei Schülerinnen standen davor. Ziemlich außer Atem stützt sie sich auf ihren Knien ab. „Hey, ihr da! Ihr geht jetzt sofort wieder in euer Wohnheim zurück! Es ist verboten so früh hier zu sein!“ Doch die beiden drehten sich nicht um. Langsam kommt Ayame näher und was sie sah, verschlug ihr die Sprache. Ein Mädchen, über und über mit Blut verschmiert, lag vor dem Tor. Es schien bewusstlos zu sein. Plötzlich raschelte etwas hinter Ayames Rücken. Sie dreht sich um und der Vertrauensschüler Zero Kiryu kam heraus. Dankbar sah sie ihn an. „Was ist denn hier los. Ihr solltet alle im Wohnheim sein.“ Dann bemerkte auch er das Blut. Seine Augen veränderten sich. Ayame hatte es befürchtet. „Kiryu-san! Bring die Mädchen hier weg! Es ist sicher ein großer Schock für sie.“ Leise fügte sie hinzu: „Und für dich wär es auch besser, wenn du verschwinden würdest!“ Zero nickte und zerrte die beiden an den Armen vom Schauplatz weg. Ayame nahm den Schlüssel und schloss das Tor auf. Langsam schlich sie zu dem Mädchen hin und kniete sich neben ihm. Analytisch begutachtete sie die Wunden. Sie holte ihre Taschenuhr hervor und las die Uhrzeit. Kurz vor halb sechs. Die ersten stehen schon auf und gehen duschen. Ayame seufzt. Gut, ich werde es versuchen, denkt sie. Behutsam, damit das Mädchen sich nicht noch mehr verletzt, nahm sie es und trug es auf ihrem Rücken, zum Schulgebäude, wo ihr Büro liegt. Eilig schritt sie voran, aber so leise, dass keiner sie bemerkte. Im Schulgebäude ging sie dann schneller, das Krankenzimmer ist ja nicht so weit. Angekommen legte sie es auf die Liege und wusch ihre Wunden. Nachdem sie diese mit Salben verarztet hatte, verband sie diese auch. Plötzlich regte es sich. Leise murmelte das Mädchen vor sich hin, doch es wachte nicht auf.



Plötzlich schwang die Tür auf. Direktor Kaien Cross ging eilig auf sie zu. „Können Sie vorher auch anklopfen?“, fauchte sie ihn an. Der Direktor ignorierte sie. Stattdessen starrte er auf das Mädchen. „Das kann doch nicht sein. So eine Spezies hat es noch nie hier gegeben.“, murmelte er vor sich hin. Ayame hatte Mühe ihn zu verstehen, doch dann verstand sie ihn. Dieses Mädchen war kein Mensch, aber sie war auch kein Vampir. Doch, was war sie dann?

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