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Prolog

The Assassin Job -

Erinnerungen an Sie



In ihrer ersten Erinnerung an Sie, war sie zwei Jahre alt gewesen. Sie versuchte Ihren Namen aus zusprechen, aber das Einzige, was gelingen wollte, waren Knack-Laute und S-ia. Umso frustrierter sie wurde, umso mehr Tränen sammelten sich in ihren Augen und kurz bevor sie in Tränen ausbrechen konnte, kniete Sie sich vor ihr nieder. Die seltsam grellen Augen neugierig auf sie gerichtet. Sie kicherte leise und versuchte sie hoch zu heben, was mit einigen Taumel-Versuchen auch gelang. Ihr Oberkörper wurde in einer knochenbrecherischen Umarmung an Ihren gepresst und ihre Beine taumelten in der Luft. „S-ia, ist ok“, flüsterte Sie, Nase an Nase gepresst, ein verschwörerischer Funken in ihren Augen. Sie erinnerte sich nicht an viel. Nicht ob es regnete, oder die Sonne schien, was sie trug, ob sie überhaupt etwas trug. Das einzige Erinnerungsstück waren die grellen Augen ihrer sechs Jahre älteren Schwester und ihre gewisperten Worte.



Fünf Jahre alt war sie in der nächsten Erinnerung. Es war eine Art Weihung, ein Abschied und gleichzeitig ihr Aufbruch in ein neues Land. Schemenhaft erinnerte sie sich an die Personen, alle trugen Grau, sangen alte Kriegslieder. Aber dann waren da wieder diese grellen Augen und langes schwarzes Haar, hinter welchem sie sich versteckte. Die Anwesenden gratulierten ihrer Schwester, stahlen versteckte Blicke auf die Haare, welche sie als Schutz gebrauchte. Immer dieselben Worte, immer derselbe Ton. Und dann plötzlich nahm ihre Schwester sie am Handgelenk und zog sie mit sich, weg von allen neugierigen Augen und neugierigen Ohren.

In einer kleinen Nische fanden sie Zuflucht. Die Arme ihrer elfjährigen Schwester umschlangen sie wie ein Oktopus, drückten sie an sich, als wäre sie kurz vor dem Ertrinken. „Wir werden uns lange Zeit nicht mehr sehen kleine Schwester. Aber es sind nur fünf Jahre, dann gehörst du bestimmt auch dazu. Du gehörst mir, genauso, wie ich dir gehöre, also sind wir Beide gleich.“ Sie hatte schon immer einander gehört, seit dem Moment, als sie sie S-ia nennen durfte und dies war kein Geheimnis mehr, auch ihre Verwandten wussten das. Sie hatte nie danach gefragt, was „dazu gehören“ bedeutete. Sie hatte es hingenommen, weil ihre Schwester es ihr gesagt hatte. Und was ihre Schwester sagte, entsprach der Wahrheit. Hoffte sie.



Denn als sie sie das nächste Mal sah, waren gerade erst fast drei Jahre vergangen und Sie erinnerte sich nicht mehr an ihre kleine Schwester. Die grellen Augen ihrer Schwester, die sie immer bewundern würde, stahlen nicht einmal einen kurzen Blick auf ihre Figur, sie starrte nur gerade aus. Das lange, dicke schwarze Haar, das einst bis zu ihrer Taille ging, war abgeschnitten worden und in einem hohen strengen Zopf zusammen geflochten worden. In die Seiten ihrer Kopfhaut waren Zeichen ein rasiert worden und das einst so dunkle Haar war weiß gefärbt worden, kein dunkler Fleck war mehr zu sehen. Und als sie den abwesenden Blick in den Augen ihrer fast 15 Jahre alten Schwester sah, wusste sie, dass sie nicht an diesen Ort wollte, zu diesen Menschen, die ihr ihre große Schwester genommen hatten.

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